Zara will in der Branche der Billigmodehersteller vorangehen und grüner werden.

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Fast Fashion und Öko-Bewusstsein gehen normalerweise selten zusammen. Doch Inditex, Mutterkonzern von Marken wie Zara, Massimo Dutti und Pull & Bear, hat diese Woche eine ambitionierte grüne Strategie vorgelegt: Spätestens ab 2025 soll das für billig Mode bekannte Label Zara nur mehr zu 100 Prozent nachhaltige Stoffe verwenden, berichtet das Branchenmagazin "WWD".

Außerdem soll die Energie in den Fabriken, Büros und Shops dann zu 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen strömen. In der Herstellung soll ab dem Zeitpunkt kein Müll auf Deponien mehr landen. Bereits ab 2023 soll eingesetzte Viskose, eine Naturfaser, aus nachhaltigen Quellen stammen.

Der Konzern sei damit die erste Branchengröße mit derart hohen Ambitionen, schreibt "WWD".

Keine "Fast-Fashion"

Das alles umriss Inditex-Geschäftsführer Pablo Isla diese Woche vor den Aktionären: "Wir müssen eine Kraft für den Wandel sein, nicht nur im Unternehmen, sondern in der gesamten Branche." Trotz seiner Omnipräsenz sei Zara das "Gegeneil von Fast Fashion," betont Isla. Man setze mitunter auf eigenen Designs und Muster und produziere in eigenen Fabriken.

Große Modeketten stehen in der Kritik, mit Billigware eine Wegwerfgesellschaft zu befördern, die zulasten der Umwelt geht. Die Imagepflege durch eine Umstellung auf nachhaltigere Produktion wird daher immer wichtiger.

Bereits in vergangenen Jahren setzte Zara auf Altkleidersammlungen in seinen Shops. Stoffreste wurden unter anderem von Partnerunternehmen, darunter der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing, recycelt.

Die jüngsten Zahlen verleihen der Konzernführung Rückenwind. Die weltgrößte Modekette steigerte den Umsatz im ersten Quartal (Februar bis April) um fünf Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro. Der Aktienkurs legte seit Jahresbeginn um über 14 Prozent zu. An den Börsen zeigte die neue Öko-Strategie keine Auswirkungen. (red, 18.7.2019)