Als technischer Angestellter ist man dafür veantwortlich, dass das Raumklima angenehm ist.

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"Zu dem Job bin ich eher zufällig gekommen. 2007 hab ich neben dem Studium als Nachtportier über eine private Wachfirma an einer österreichischen Hochschule begonnen. Nach einem halben Jahr wurde ich gefragt, ob ich das fix machen will. Das habe ich dann ein paar Jahre lang gemacht, weil sich das damals gut mit meinem Politikwissenschaftsstudium vereinbaren ließ.

Abgeschlossen habe ich das Studium nicht, ich besuchte Vorlesungen auch nur als außerordentlicher Hörer. Denn meine Schullaufbahn beendete ich mit 18 Jahren ohne Abschluss. Danach war ich Buchhändler, arbeitete im IT-Support und war ein halbes Jahr Ernte- und Farmhelfer in Australien. Wieder in Österreich, absolvierte ich den Zivildienst, arbeitete unter anderem auf einer Baustelle, ehe ich an die Universität kam.

Angenehmes Klima

Heute bin ich an dieser Hochschule technischer Angestellter. Mein Arbeitsinhalt ist im Großen und Ganzen die Pflege der betriebstechnischen Anlagen der Universität. Dazu gehört unter anderem die gesamte Lüftungstechnik. Wir haben große Veranstaltungsräume – so große, dass darin Opern aufgeführt werden können mit Orchestergräben etc. – plus andere Hallen und Säle sowie Buchspeicher und Bibliothek. Das alles benötigt die richtige Luftfeuchtigkeit und Temperatur, damit sich die Instrumente nicht verstimmen, die Bücher erhalten bleiben und das Raumklima bei Aufführungen passt. Wenn da ein paar tausend Watt von der Decke herunterbrennen, muss die Lüftungsanlage mehr leisten – all das gehört da dazu.

Inzwischen bin ich auch Projektverantwortlicher für die elektronische Raumbuchung im Hintergrund, die elektronische Schließanlage, die Haustechnik sowie für das CAFM-System (Computer Aided Facility Management Anm.). Ich bin auch Brandschutzwart und Sicherheitsvertrauensperson und habe weitere Aus- und Fortbildungen im Bereich ArbeitnehmerInnenschutz absolviert. Ich hab keine bestimmte Ausbildung, sondern bin ein gutes Beispiel für Learning by Doing. Im Laufe meiner Arbeit habe ich zusätzliche Qualifikationen im betriebstechnischen Bereich erworben.

Gutes Gehalt

Das 13. und 14. Monatsgehalt eingerechnet, komme ich im Monat auf rund 2.700 Euro netto. Über das Gehalt kann ich nicht klagen, darin beinhaltet ist aber auch eine Bereitschaftszulage von rund 420 Euro. Dafür muss ich alle sechs Wochen eine Woche durchgehend im Worst-Case-Fall erreichbar sein. Dazu gehören medizinische Notfälle, falls es wo brennt, Leitungen bersten – in all diesen Fällen bin ich dann erster Ansprechpartner.

Meine Ausgaben sind überschaubar. Für Mobiltelefon und Internet gebe ich rund 40 Euro aus, diverse Versicherungen und ein Dauersparauftrag machen 150 Euro aus. Die Mietkosten, halbiert durch den Anteil meiner Lebensgefährtin, belaufen sich auf 480 Euro, Strom und Gas sind da schon eingerechnet. Ich habe keine Kinder und lege alle Wege mit dem Fahrrad zurück. Meine Lebensgefährtin braucht beruflich ein Auto. Hier beteilige ich mich regelmäßig an Tankfüllungen und Reparaturen.

Achten auf Qualität

Ich habe relativ hohe Essensausgaben, weil ich beim Einkauf Wert auf Qualität lege. Dafür gebe ich im Monat wahrscheinlich rund 250 Euro aus. Dazu kommen noch Sportausgaben. Für Selbstverteidungskurs und Krafttraining gehen im Monat 50 Euro drauf, für die Ausrüstung runtergerechnet auf den Monat kommen noch einmal fünf Euro dazu. Dann spiele ich auch gerne Discgolf, das ist Golf mit Frisbee-Scheiben nach Golfregeln. Die Miete für einen Parcour liegen zwischen sieben und 15 Euro pro Tag. 35 Euro brauche ich im Monat für das Nachkaufen von neuen Scheiben und sonstige Ausgaben. Die restlichen Sportaktivitäten kosten nicht viel. Ich gehe gern wandern oder schwimmen, bei uns geht das recht einfach.

75 Euro gebe ich im Monat noch für Konzerte, Festivals oder Ähnliches aus. Ich gehe selten aus, ich schätze, 30 Euro brauch ich im Monat dafür. Was mir bleibt, lege ich auf einen Bausparvertrag.

In der Privatwirtschaft könnte ich in diesem Bereich noch einmal eine Ecke mehr verdienen. Aber es könnte mir niemand ein derart breites Aufgabengebiet bieten, wie ich es jetzt habe. Ich mag die Vielfalt bei meiner Tätigkeit." (Gehaltsprotokoll: Gudrun Ostermann, 6.8.2019)