Social-Media-Kampf der Parteien.

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Wien – Die Ausgaben der heimischen wahlwerbender Parteien für Werbung auf US-Plattformen sollen sind zuletzt deutlich gestiegen. Waren es im Mai 2019 noch eine halbe Million Euro, sind es jetzt 1,4 Millionen, rechnet das Interactive Advertising Bureau Austria (IAB Austria) vor. Dieses Geld fließe nicht in heimische Medien und somit nicht dorthin, wo es momentan gebraucht würde, kritisiert das IAB. Die Top drei der bespielten Plattformen waren zuletzt Instagram und Facebook mit knapp einer Million Euro und Youtube mit rund 400.000 Euro.

Bei österreichischen Digitalmedien wurden laut Focus im ersten Halbjahr 2019 von politischen Parteien, dem Europäischen Parlament, dem Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds und dem Magistrat der Stadt Wien insgesamt 1,67 Millionen Euro ausgegeben. 45,6 Prozent der Werbeausgaben für Digital-Medien in der Höhe von 3,07 Millionen Euro entfallen demnach auf U.S.-Digitalgiganten.

Wer gibt am meisten aus?

Tatsächlich scheint die SPÖ den ersten Platz in Sachen US-Digital-Spending zu belegen – vor allem was Facebook und Instagram betrifft. Rund 353.000 Euro wurden seit März 2019 in die beiden Plattformen investiert.

Der zweite Platz geht an die FPÖ, die an die 227.000 Euro für derartige Digitalwerbung ausgegeben haben soll. Auf Youtube scheint die Partei allerdings nach wie vor an der Spitze zu sein – dem Videoportal sollen ebenfalls sechsstellige Beträge überwiesen worden sein.

Die ÖVP holt sich den dritten Platz mit Ausgaben von knapp 206.000 Euro allein für Facebook und Instagram. Am geringsten fallen die Digital-Werbe-Ausgaben für die Neos aus, die 52.000 Euro in Facebook-Werbung investiert haben. (west, 7.8.2019)