Der Mann, der kürzlich neun Menschen vor einer Bar in Dayton im US-Bundesstaat Ohio erschossen haben soll, stand unter dem Einfluss von Alkohol, Kokain und dem Angstlöser Xanax. Das gab der zuständige Gerichtsmediziner bekannt. Wie viel davon der 24-Jährige zum Zeitpunkt des Massakers im Blut hatte, konnte die Autopsie nicht zeigen. Der Schütze soll auch ein Päckchen mit Kokain bei sich gehabt haben.

Die Polizei veröffentlichte die neuen Informationen am Freitag in einer Pressekonferenz. Auf Twitter gab sie bekannt, dass zwei Opfer des Massakers von Polizisten angeschossen wurden. "Es beschäftigt uns sehr, dass unsere Reaktion diesen Menschen Schaden zugefügt hat, aber wir sind froh, dass keine der Ladungen zum Tod geführt hat", wurde Daytons Polizeichef Richard Biehl zitiert.

Schon früher Gewaltfantasien

Der 24-jährige Verdächtige hatte am 4. August nahe einer Bar mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet und neun Menschen getötet, darunter auch seine Schwester. Er wurde von der Polizei erschossen. Sein Motiv ist bisher unklar. Augenzeugenberichten zufolge hatte er zu schießen begonnen, nachdem ihm der Zutritt zu der Bar verwehrt worden sei.

Laut Polizeiangaben hat der Schütze schon in der Vergangenheit gewalttätige Fantasien gehabt und bereits angekündigt, er wolle einen Massenmord verüben.

Am Tag nach der Schießerei nahe einer Bar wurde der Opfer gedacht.

Die Tat war eines von drei "mass shootings" innerhalb von drei Wochen in den USA. Sie ereignete sich nur 24 Stunden nach einem Massaker in einem Einkaufzentrum in El Paso im Bundesstaat Texas, bei dem 22 Menschen getötet wurden. Die Taten sorgten für eine erneute Diskussion über das Waffenrecht im Land.

Absage an strengere Waffengesetze

Bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung seit den Massakern hat US-Präsident Donald Trump generellen Einschränkungen beim Waffenbesitz allerdings erneut eine Absage erteilt. "Wir können es für gute, stabile, gesetzestreue Bürger nicht schwieriger machen, sich selber zu schützen", sagte Trump am Donnerstag unter dem Jubel seiner Anhänger in Manchester im Bundesstaat New Hampshire.

"Wir werden das Recht auf Selbstverteidigung immer aufrechterhalten", sagte US-Präsident Donald Trump vor seinen Anhängern in New Hampshire.
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"Wir werden das Recht auf Selbstverteidigung immer aufrechterhalten", fügte der Präsident hinzu. Er sieht das Problem nicht in der leichten Verfügbarkeit von Kriegswaffen, er macht es an psychisch kranken Menschen fest. Trump sprach sich dafür aus, vermehrt Einrichtungen zur zwangsweisen Unterbringung von psychisch Kranken zu errichten. "Wir können diese Menschen nicht auf der Straße sein lassen."

Einrichtungen für psychisch Kranke

Trump sagte kurz vor der Wahlkampfveranstaltung: "Wir wollen nicht, dass verrückte Menschen Waffen besitzen. Aber ich will auch daran erinnern, dass psychische Erkrankungen etwas sind, worüber niemand sprechen möchte. Diese Menschen sind psychisch krank, und wir müssen auch das untersuchen. Denn, wissen Sie: Sie sind es, sie drücken ab. Die Waffe drückt nicht ab. Sie drücken ab."

Der Präsident kritisierte, dass Städte in den vergangenen Jahrzehnten Einrichtungen für psychisch Kranke aus finanziellen Gründen geschlossen. hätten "Und den Menschen wurde einfach erlaubt, wieder auf die Straßen zu gehen. Und das war eine furchtbare Sache für unser Land." Trump sagte weiter: "Ich denke, wir müssen wieder anfangen, Einrichtungen zu bauen." Es gehe darum, "geistesgestörte und gefährliche Menschen von der Straße holen, damit wir uns darüber nicht so viele Sorgen machen müssen". (red, 16.8.2019)