Der 28-jährige Konsulatsmitarbeiter Simon Cheng Man-Kit wurde in China verhaftet.

Foto: FACEBOOK / FREE SIMON CHENG /via REUTERS

Peking – Bis 8. August war Simon Cheng Man-Kit noch auf einer Geschäftsreise in China, auf dem Weg zurück nach Hongkong verschwand der Mitarbeiter des britischen Konsulats. "Ich überquere jetzt die Grenze. Bete für mich", soll er seiner Freundin noch geschrieben haben. Am Mittwoch bestätigte Chinas Außenministerium, dass der 28-Jährige festgenommen worden sei, weil er gegen das Gesetz verstoßen habe. Er muss demnach 15 Tage in Verwaltungshaft. Nähere Angaben machte Peking zunächst nicht. Am Dienstag hatte ein Sprecher des Außenministeriums noch angegeben, von dem Fall nichts zu wissen.

"Wir sind über Berichte besorgt, dass ein Mitarbeiter unseres Teams bei der Rückkehr von Shenzhen nach Hongkong festgenommen worden ist", hatte das britische Außenministerium am Dienstag mitgeteilt. Cheng hatte auf der Geschäftsreise ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht.

Hunderttausende demonstrieren

Die Festnahme fällt mitten in eine Zeit von Massendemonstrationen in Hongkong, die Chinas Regierung zunehmend unter Druck setzen. Zuletzt waren in Hongkong am Wochenende bis zu 1,7 Millionen Anhänger der Demokratiebewegung auf die Straße gegangen. Die Proteste dauern nun schon mehr als zweieinhalb Monate an und richten sich nicht mehr nur gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz, sondern haben den Einfluss Pekings als Ganzes im Visier.

Die Demonstranten fordern unter anderem den Rücktritt der prochinesischen Regierungschefin Carrie Lam, aber auch freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei früheren Demonstrationen. Auch Rufe nach Unabhängigkeit wurden zuletzt laut. (red, 21.8.2019)