Die tschechische Sazka streitet ab, hinter der anonymen Anzeige zu stecken.

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Wien/Gumpoldskirchen – Die tschechische Sazka, größte Aktionärin der Casinos Austria, bestreitet, etwas mit der anonymen Anzeige zu tun haben, die zu mehreren Hausdurchsuchungen geführt hat. Sazka sei bereit, sich rechtlich gegen solcherlei Vorwürfe zu verteidigen, so ein Sazka-Sprecher laut der tschechischen Nachrichtenagentur CTK.

Der Hintergrund: Im Kurier-Interview (Printausgabe vom Samstag) sagte der Chef des Glücksspielriesen und Casinos-Mitaktionärs Novomatic, Harald Neumann: "Es gibt den begründeten Verdacht, dass anonym Informationen bezüglich der Bestellung von Peter Sidlo als Casinos-Vorstand von Sazka an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurden."

"Absurde Spekulationen"

"Die Sazka Group lehnt solche absurden Spekulationen kategorisch ab", sagte der Sazka-Sprecher. "Niemand hat sich an den Staatsanwalt gewandt, und mit ihm haben wir auch keinen Kontakt." Sazka Group bewerte Aktionäre, Manager und andere Personen nicht nach ihrer Nationalität und ihrer politischen Zugehörigkeit, sondern nach ihren Fähigkeiten, Erfahrungen, Qualifikationen, ihrer professionellen Einstellung und ihrem Beitrag zum Unternehmen.

Die tschechische Sazka war gegen Sidlo, enthielt sich aber im Aufsichtsrat der Stimme. Dafür stimmten Novomatic und die Staatsanteilverwalterin ÖBAG für Sidlo. Sazka will die Kontrolle in der Casinos Austria AG übernehmen.

Anzeigen und Hausdurchsuchungen

Rund um die Besetzung des Finanzdirektorpostens der teilstaatlichen Casinos mit dem FPÖ-Mann Peter Sidlo hatte es eine anonyme Anzeige gegeben. Diese führte zu Hausdurchsuchungen beim Novomatic-Chef Neumann, bei Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache, Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und bei Sidlo selbst. Einen "schmutzigen Deal" hinter der Postenbesetzung etwa mit Lizenzvergaben zwischen der FPÖ und Novomatic, wies Neumann wiederholt von sich. (red, APA, 25.8.2019)