Seit den späten 1990er-Jahren am Markt, ist die Textinterpretation der "Harry Potter"-Bücher noch immer nicht allen geglückt, die sich als Zweitbuch an das Werk gewagt haben.

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Washington – Eine US-Schule hat die "Harry Potter"-Bücher aus ihrer Bibliothek verbannt – wegen der Zaubersprüche in den Romanen. Die katholische Schule St. Edward im Bundesstaat Tennessee ließ sich dabei von mehreren Exorzisten sowohl in Rom als auch in den USA beraten, berichteten US-Medien am Montagabend.

In einer E-Mail des Schulgeistlichen Dan Reehil hieß es demnach: "Die in den Büchern gebräuchlichen Flüche und Zaubersprüche sind tatsächlich Flüche und Zaubersprüche; werden sie von einem Menschen gelesen, besteht die Gefahr, dass sie böse Geister in der Umgebung desjenigen heraufbeschwören, der den Text liest." Laut einem CBS-Bericht ist es aber auch grundsätzlich die Darstellung von Zauberei, die ihm Sorge macht. "Diese Bücher stellen Magie sowohl als gut als auch als böse dar", schreibt er. Das sei aber nicht wahr, sondern "eine clevere Täuschung".

Fundamentale Missverständnisse

Die Schulaufseherin der Diözese von Nashville, Rebecca Hammel, sagte der Zeitung "The Tennessean", Eltern hätten sich über die ungehörigen Bücher im Schulbestand beschwert. Reehil habe das Recht, "solche Entscheidungen zu treffen". Zwar gebe es "keine offizielle Position der katholischen Kirche" zu den Werken, allerdings dürfe jeder Pfarrer selbst darüber urteilen, welche Regeln in seiner Gemeinde hinsichtlich der Bücher gelten. Die Schule bewahrt die Romane zwar weiter auf, stellt sie den Schülern aber nicht zur Verfügung.

Schöpferin der "Harry Potter"-Saga ist die britische Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Der erste "Harry Potter"-Band war am 26. Juni 1997 mit einer Auflage von nur 1.000 Stück beim Verlagshaus Bloomsbury erschienen. Bis heute verkauften sich die sieben "Harry Potter"-Bände mehr als 450 Millionen Mal, sie wurden in 79 Sprachen übersetzt.

Die Serie, in der es an sich um moralische Fragen, die Überwindung gesellschaftlicher Benachteiligung und die Nöte von Jugendlichen geht, hat schon des Öfteren Anstoß bei strengreligiösen Christen erregt. Sie befürchten, dass Kinder davon in den Dunstkreis okkulter Kräfte gezogen werden. (red, APA, 3.9.2019)