Moskau – Die USA haben mehreren russischen Diplomaten nach Angaben aus Moskau zunächst keine Visa zur UN-Vollversammlung in New York ausgestellt. Das sei ein beispielloser Schritt, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. "Das empört uns zutiefst." Es sei eine Protestnote eingereicht worden.

Zehn Delegationsmitgliedern Russlands wurde von den USA die Einreise zum UN-Hauptquartier in New York verweigert.
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"Wir werden sehen, in welcher Form, wann und in welchem Umfang wir darauf reagieren werden", sagte Rjabkow. Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind seit langem auf einem Tiefpunkt. Dieser Vorgang gilt deshalb als weitere Stichelei in dem ohnehin zerrütteten Verhältnis. Die USA werfen Russland unter anderem eine Einmischung in US-Wahlen vor.

Zehn Delegationsmitglieder bekamen keine Visa

Nach Angaben des Außenministeriums in Moskau haben zehn Mitglieder der Delegation keine Einreisegenehmigung erhalten. Darunter sind die Außenpolitiker Leonid Sluzki und Konstantin Kossatschow, der seit April 2018 auf einer US-Sanktionsliste steht.

Die Außenamtssprecherin Maria Sacharowa zufolge haben die USA zur Begründung darauf verwiesen, dass Fristen nicht beachtet worden seien und Visaanträge entweder zu spät oder zu früh eingereicht worden seien. "Das ist nicht der Fall gewesen", sagte Sacharowa. Laut Kreml sind die USA verpflichtet, den UN-Delegationen Visa auszuhändigen. Auch iranischen Journalisten und Mitarbeitern des Präsidialamts sollen US-Visa verweigert worden sein.

Die mehrtägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung geht noch bis kommenden Montag am Sitz der Vereinten Nationen in New York. (APA, 24.9.2019)