Plácido Domingo hört auf.

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Los Angeles – Der spanische Opernstar Plácido Domingo ist am Mittwoch als Generaldirektor der Los Angeles Opera zurückgetreten. In einer Erklärung sagte Domingo, die Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung würden seine Möglichkeiten, diese Funktion weiter auszuüben, beeinträchtigen.

"Die jüngsten Vorwürfe, die in der Presse gegen mich erhoben wurden, haben eine Atmosphäre geschaffen, in der meine Möglichkeiten, diesem Unternehmen, das ich so liebe, zu dienen, beeinträchtigt wurden", erklärte Domingo. "Während ich weiter daran arbeite, meinen guten Ruf wiederherzustellen, habe ich beschlossen, dass es im besten Interesse der Oper Los Angeles ist, als Generaldirektor zurückzutreten und mich von weiteren geplanten Auftritten zurückzuziehen."

Unabhängige Untersuchung in Los Angeles

Mehr als drei Dutzend Sängerinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen und Backstage-Angestellte hatten in den vergangenen Wochen angegeben, unangebrachtes Verhalten von Domingo beobachtet oder erfahren zu haben. Die Anschuldigungen umspannen sein Engagement in verschiedenen Opernhäusern in den vergangenen drei Jahrzehnten. Der 78-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, doch die Oper in Los Angeles hatte eine unabhängige Untersuchung angekündigt.

Das Opernhaus der US-Metropole hatte Domingo am Mittwoch als "außerordentlich talentierten Künstler und treibende Kraft hinter der Kreation, der Entwicklung und dem Wachstum der Oper in Los Angeles" bezeichnet. (APA, red, 2.10.2019)