Auch Satans älteste Schwester ist überzeugte Raucherin.

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Eine funktionierende Demokratie funktioniert so: Jeder darf tun, was er will. Er darf aber andere dabei nicht stören. Die anderen Leute wollen schließlich auch tun, was sie gerade wollen – ohne dadurch jemand anderen zu nerven. So tun dann alle nichts, in der Hoffnung darauf, dass es diesbezüglich nicht zu einer Ereignisballung mit den unmittelbaren Nachbarn kommt. Wenn man nichts tut, befindet man sich auf der sicheren Seite. Oder wie es im Projektmanagement heißt: Von nichts kommt nichts. Leider halten sich die meisten anderen Menschen nicht daran.

Allerdings ist die Leistung der Ersten Hilfe gesetzlich auf jeden Fall vorgeschrieben, wenngleich sie auf rechtlich unsicheren Beinen steht. Falsch angewandte professionelle Erste Hilfe ist ebenso strafbar wie deren Verweigerung. Wenn der Beklagenswerte nicht mehr klagen können sollte, sollte man sich keinen Kopf machen. Als ehemaliger Zivildiener beim Roten Kreuz weiß ich, dass das die Verwandten machen, die sich zu dessen Lebzeiten jahrzehntelang nicht um den Toten gekümmert haben.

Das Weinen hat geholfen

Eigentlich aber sollte an dieser Stelle ein Text über das Rauchen stehen. Ich rauche! Danke, das Weinen hat mir sehr geholfen. Ja, und ich kenne alle Argumente dagegen. Leider auch in den tragischen Auswirkungen aus der eigenen Familie. Wird man deshalb gescheiter? Nein.

Rauchverbot und Ruhestörung. Ab 1. November werde ich bei meinem Stammwirt draußen vor der Tür stehen und mir von drinnen Getränke holen. Dann kommt der Dezember. Silvester friere ich mir den Arsch ab. Gutes neues Jahr. Ich bin blöd wie Satans älteste Schwester, aber manchmal auch bei Kälte glücklich. Sogar wenn mir kalt ist. Ohne Rauchen wäre eigentlich vieles besser. Ich müsste mir allerdings die Hände abhacken. Auch dagegen findet man Argumente.

Lebenszeit mit Gutem vergeuden

Gibt es übrigens eine moralische Verpflichtung, alt zu werden? Also alt im Sinne von gesund leben und Sport betreiben? Während man Sport betreibt und Vollkorn frisst, vergeudet man Lebenszeit und Lebensfreude. Am Ende steigt man pari aus. Ist es das wert? Franz Kafka sagt: "Das Gute ist in gewissem Sinn trostlos." (Christian Schachinger, 16.10.2019)