Das Pixel 4 sorgt weiter für Diskussionsstoff.

Foto: Craig Ruttle / AP

Die aktuellen Smartphones von OnePlus und Google eint ein Feature, mit dem sie sich von der Konkurrenz abheben: Ein 90Hz-Display sorgt dafür, dass hier Scroll-Bewegungen wesentlich weicher als bei anderen Smartphones ausgeführt werden. Doch es gibt dabei auch einen entscheidenden Unterschied, und dieser führt dazu, dass sich jemand beim chinesischen Hardwarehersteller zu einer bösen Bemerkung veranlasst sah, wie Android Authority berichtet.

Twitter

In einem Tweet zählte OnePlus auf, bei welchen Helligkeitswerten OnePlus-Smartphones den 90Hz-Modus aktivieren – nämlich bei allen. Damit spielt man auf eine interessante Entdeckung der vergangenen Tage an: Nämlich, dass das "Smooth Display" beim Pixel 4 nur dann aktiv ist, wenn die Helligkeit entweder über 75 Prozent ist, oder das Umgebungslicht besonders stark ist.

Ein Screenshot des mittlerweile gelöschten Tweets.
Screenshot: Android Authority

Ganz überraschend durfte diese Entdeckung allerdings nicht kommen, Google hatte schon bei der Vorstellung betont, dass man aus Stromspargründen den 90Hz-Modus nicht durchgängig aktiviert. Welche Faktoren man dafür anlegt, war aber zunächst unklar. Mittlerweile wurden allerdings der gerätespezifische Source-Code für die neuen Smartphones veröffentlicht, und dieser gibt in dieser Hinsicht Aufklärung – vor allem aber verrät er auch, wieso Google sich dazu entschieden hat. Die entsprechenden Code-Einträge hat XDA Developers aufgespürt.

Spurensuche

Zentraler Grund für die Helligkeitsbeschränkung scheint zu sein, dass es in den Tests bei Google bei einem Wechsel der Frequenz immer wieder zu kurzem Aufflackern gekommen ist. Das liegt daran, dass unterschiedliche Bildwiederholraten auch eine verschiedene Kalibrierung des Displays verlangen, funktioniert diese nicht perfekt, kann es eben zu einem sichtbaren Wechsel kommen. Für die erste Softwareversion scheint Google deswegen zunächst zu dieser Art der Beschränkung gegriffen zu haben, um auf Nummer sicher zu gehen. Mittlerweile hat das Unternehmen aber bereits angekündigt, dass mit Folge-Updates der 90-Hz-Modus in mehr Szenarien zum Einsatz kommen soll.

Neben dieser Helligkeitsbeschränkung gibt es auch eine Blacklist für Apps, bei denen prinzipiell auf 60 Hz gewechselt wird. Auf dieser Liste steht etwa WeChat, bei dem der 90-Hz-Modus zu massiven Performance-Problemen geführt hat. Aber auch Google Maps und andere Kartenanwendungen werden in dieser Hinsicht beschränkt. Zudem sind natürlich alle Anwendungsszenarien ausgenommen, wo eine 90-Hz-Darstellung schlicht keinen Sinn ergibt – also etwa die Videowiedergabe, wo ohnehin niedrigere Frameraten zum Einsatz kommen.

Das Pixel 4 im Videotest
DER STANDARD

Rückzug

OnePlus hat den eigenen Tweet übrigens schnell wieder zurückgezogen. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass man in diesem behauptet, dass auf den eigenen Geräten 90 Hz immer zum Einsatz kommen. Denn das ist falsch. Zwar nimmt man keine Deaktivierung aufgrund der Bildschirmhelligkeit vor, aber auch hier laufen viele Apps nur mit 60 Hz. Zudem ist natürlich unübersehbar, dass OnePlus mit der Mitteilung gegen ein Unternehmen ätzt, ohne deren Softwareentwicklungen es die eigenen Smartphones nicht geben würde.

Force

Am Rande sei erwähnt, dass sich übrigens sowohl bei den Smartphones von OnePlus als auch jenen von Google der 90-Hz-Modus durchgängig erzwingen lässt. Vorausgesetzt natürlich, man kann mit dem dann doch deutlich negativen Einfluss auf die Akkulaufzeit leben. (apo, 25.10.2019)