El Mundo (Madrid): Noch mehr Instabilität

"Das Wahlergebnis sorgt für ein politisches Szenario von noch mehr Instabilität, mehr Zersplitterung und mehr Unregierbarkeit. Die Spanier mussten wieder an die Urnen, weil Pedro Sánchez unverantwortlich agiert hat und unfähig war, eine Regierung zu bilden. (...) Nach der Wahl vom 28. April hatte Sánchez rechnerisch die Möglichkeit, mit Parteien links oder auch rechts (der Sozialisten) eine Mehrheit zu erreichen. (...) Nun kann nur ein großes Abkommen der verfassungstreuen Kräfte mit Reformwillen und mit einem Geist der Eintracht, die unserer Demokratie innewohnend ist, zu einem Ende der Blockade führen. Die Allgemeininteressen des Landes erfordern eine große Koalition zwischen der (sozialistischen) PSOE und der (konservativen) PP."

Tagesanzeiger (Zürich): Wahlverlierer Sánchez

Katalanische Separatisten blockierten am Montag die Autobahn bei La Jonquera an der Grenze zu Frankreich. Sitzen und reden, schlägt dieser Demonstrant vor.
Foto: AP/Felipe Dana

"Sánchez hat sich verrechnet. Obwohl seine sozialistische Arbeiterpartei PSOE nach den Wahlen vom Sonntag die stärkste Fraktion im Parlament stellt, ist er der Verlierer der Wahlen. (...) Zugelegt haben vor allem zwei rechte Parteien: die konservative Volkspartei (PP) und die rechtspopulistische Vox. (...)

Für den Katalonienkonflikt verheißt das nichts Gutes. Er lässt sich mit Härte und rhetorischer Zündelei nicht lösen. Dabei wäre Barcelona gerade jetzt gesprächsbereit. Zwar hat sich die junge Generation teilweise gefährlich radikalisiert. Doch politisch haben die gemäßigten Linksrepublikaner das Wahlbündnis von Carles Puigdemont überflügelt. Die Chance zum Dialog wäre in den kommenden Tagen also vorhanden. Wahrscheinlicher sind aber leider eine politische Blockade und Gewalt auf den Straßen."

Süddeutsche (München): Nicht vor Rechtspopulisten gefeit

"Lange hatte gegolten, dass Spanien wegen der Erfahrung der Franco-Diktatur gegen Rechtspopulisten gefeit wäre. Mit dem Aufstieg von Vox sind diese Zeiten vorbei, Spanien schließt hier auf traurige Weise zu anderen Staaten auf."

De Tijd (Brüssel): Unregierbares Land

"Spanien scheint also ziemlich unregierbar zu sein. Wie in Belgien sind einige politische Gräben zu tief, um sie zu überbrücken, und der nächste Versuch droht wieder zu Neuwahlen zu führen. Denn das ist der Druck auf dem spanischen Kessel: Wenn die Regierungsbildung scheitert, werden unweigerlich neue Wahlen folgen. Auch wenn die in der gegenwärtigen Situation keine Lösung zu bringen scheinen. Und das ist vielleicht das Beunruhigendste." (APA/red, 11.11.2019)