Kellnerin Ioana: "Die Stammkunden kommen zwar noch, aber sie bleiben kürzer."
DER STANDARD

Etwas mehr als zwei Wochen ist es her, dass in Österreichs Gastronomiebetrieben ein allgemeines Rauchverbot eingeführt wurde. DER STANDARD hat in vier Lokalen nachgefragt, wie stark sich das Verbot bemerkbar macht. Das Café Caramel in Wien-Mitte war bis zum 1. November aufgrund seiner geringen Grundfläche ein reines Raucherlokal. Laut Kellnerin Ioana kommen die Stammkunden zwar immer noch, bleiben jedoch viel kürzer als früher. "Der Umsatz sinkt natürlich", erklärt sie.

Ein paar Meter weiter im Pub Gossip No. 2 sorgt sich Besitzer Kurt wegen der ausbleibenden Kundschaft. Aufgrund der langen Öffnungszeiten galt das Gossip als beliebtes Lokal für die Mitarbeiter der umliegenden Hotels, die erst nach 1 Uhr Dienstschluss hatten. "Die kommen alle nicht mehr", sagt Besitzer Kurt. "Es ist eine Katastrophe."

Ähnliches erzählt Kellner Jawad vom Café Heine im zweiten Bezirk. "Wir machen seit 1. November fünfzig Prozent weniger Umsatz", erklärt er. Anders als beim Café Caramel bleiben die Stammkunden im Heine vollständig weg. "Ich weiß auch nicht, wo die hingehen", sagt Jawad. "Es gibt ja eigentlich keine Alternative."

Daniel Landau ist Geschäftsführer des Cafés Tachles, wo auch Speisen angeboten werden. Sein Lokal ist bereits seit Mai 2015 rauchfrei. Er macht den Wirten Hoffnung: So kam es bei ihm nur kurzzeitig zu einem Umsatzrückgang zu Beginn der Umstellung, doch inzwischen sei der Umsatz wieder "mehr als eingeholt worden".

Im Video erzählen Ioana, Kurt und Jawad ausführlich über die Veränderungen in ihren Lokalen seit der Einführung des Rauchverbots. (red, 20.11.2019)