25 Jahre Fachhochschulen in Österreich: 160.000 Absolventinnen und Absolventen erhalten von den Arbeitgebern sehr gute Noten.

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Nach 25 Jahren Fachhochschulen in Österreich sind mittlerweile rund 160.000 Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Bei rund 53.000 Studierenden aktuell verlassen jährlich etwa 13.000 ihre FH mit einem Abschluss. Grund genug für die heimische Fachhochschulkonferenz, das Image dieser Bildungsstätten via Institut für empirische Sozialforschung (Ifes) bundesweit abzufragen.

Das Ergebnis – dem STANDARD liegen die Daten exklusiv vor – ist für die Auftraggeber sehr erfreulich. Einerseits genießen die FHs einen guten Ruf in der Gesamtbevölkerung, andererseits vergeben die Führungskräfte der heimischen Wirtschaft (befragt wurden 1090) sehr gute Noten: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der heimischen Chefs haben einen sehr guten oder guten Eindruck von den FHs. Für die Unis geben dies 67 Prozent, für die berufsbildenden höheren Schulen 64 Prozent an. Die guten Atteste beziehen sich im Detail genau auf das Profil der FHs, das sie als Mitspieler im tertiären Sektor aufgebaut und geschärft haben: Mit Zustimmungsraten von 80 Prozent und mehr werden die guten Berufsaussichten, die Nähe zur Wirtschaft (Kooperationen und Forschungsgemeinschaften) mit der Wirtschaft und der Praxisbezug als besondere Stärken wahrgenommen. "Mehr Zustimmung geht praktisch nicht mehr", kommentiert Ifes-Projektleiterin Teresa Schaup die Ergebnisse.

Berufsnah und schnell

Die oft kritisierte und als "verschult" bezeichnete straffe Organisation inklusive Aufnahmeverfahren, recht strikten Curricula und Absolvierung in vorgegebener Zeit, gefällt den Führungskräften (83 Prozent) ebenso besonders gut oder gut.

Entscheidungsträger sehen zudem FH-Absolventen mit 74 Prozent im Vorteil gegenüber Uni-Absolventen (54 Prozent), wenn es um den konkreten Berufseinstieg geht. Wer nun mutmaßt, die Befragten wären FH-Abgänger, irrt: Von den über 1000 Befragten sind gerade einmal rund 60 an einer FH ausgebildet.

Bevorzugt würden FH- gegenüber Uni-Absolventen übrigens nicht, geben die Entscheidungsträger an, da herrsche Chancengleichheit in den Unternehmen. Das liege daran, dass die Hochschulen in Österreich in dieser Befragung insgesamt recht gute Noten erhalten, sagt Rainer Ribitsch, Präsident der in der Fachhochschulkonferenz zusammengeschlossenen FHs. Auf die Frage, ob er aus dieser Befragung eine Lehre ziehe, antwortet er gewohnt selbstbewusst mit den seit langem öffentlich formulierten Forderungen: "zunächst einmal die Valorisierung der Studienplätze, und zwar um zehn Prozent, um Qualität zu halten und Ausbau überhaupt erst zu ermöglichen". (red, 7.12.2019)