Seitdem Fake-News-Netzwerke in den vergangenen Jahren enthüllt wurden, hat sich auf Facebook wenig geändert, wie eine Recherche des "Guardian" zeigt.

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Facebook hat noch immer keine Lösung gefunden, um gegen die bewusste Verbreitung von Falschinformationen vorzugehen. Das geht aus einer aktuellen Recherche des britischen "Guardian" hervor. Bereits während des US-Wahlkampfs 2016 war der Konzern in die Kritik geraten, nachdem bekannt wurde, dass Trollfabriken im großen Stil Fake News verbreiteten, um politische Manipulation zu betreiben.

Auch in Österreich

Drei Jahre später soll eine Gruppierung aus Israel ähnlich agieren. So hätte die "Hassfabrik", wie die Zeitung sie nennt, sich Rechte einräumen lassen, die üblicherweise nur Redaktionen erhalten. Insgesamt würden Inhalte für 21 Rechtsaußen-Facebook-Seiten in verschiedensten Ländern, darunter – mit einer kleineren Seite – Österreich ("Geert Wilders Supporters Austria"), aber auch den USA, Australien, Kanada und Großbritannien. Die israelischen Administratoren würden, so der "Guardian" von einem bestimmten Standort aus die Postings mit einer Social-Media-Management-App verfassen. Meistens handelt es sich um eine kurze Nachricht und einem Link zu Inhalten, die grundsätzlich antimuslimisch sind. Die Webseiten werden von den Admins selbst koordiniert. Die Inhalte, sowie auch die Bilder würden irreführend bishin zu eindeutig gefakt sein.

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Beispielsweise lautet ein Titel "EU bezahlt Erdogan, um Kurden zu massakrieren, inklusive Frauen und Kinder – Medien bleiben still, um den Ruf der EU nicht zu verschlechtern". Die Fake-News-Seiten sind voll mit Werbung zugepflastert, die Texte selbst eine Mischung aus Rechtsaußen-Quellen, Meinung, echten Nachrichten und erfundenen Informationen.

Insgesamt habe das Netzwerk mindestens 165.000 Postings verfasst. Im Oktober 2019 allein seien es 5.695 gewesen, mit insgesamt 846.424 Likes. 14.3, Millionen Reaktionen wurden in der Laufzeit des Networks generiert. Nachdem der "Guardian" Facebook darauf aufmerksam machte, wurden viele der Seiten entfernt, in einem Statement erklärte ein Sprecher, dass das geschehen sei, weil es so aussehe, als wären die Seiten "finanziell motiviert". Sie würden Clickbait-Inhalte produzieren, um Personen auf fremde Seiten zu locken. Nun steht Facebook in der Kritik, hat die Plattform das Netzwerk doch in den vergangenen Jahren ohne Einschränkungen agieren lassen. (red, 6.12.2019)