Es wird gefeiert: Klare Linien und schlichte Formen: Nicht nur der Architekt und Designer Josef Hoffmann würde kommenden Dezember 150 Jahre alt, sondern auch sein Kollege Adolf Loos. Ein Hoch beiden Wegbereitern der Wiener Moderne!

Schriftstellerin Elfriede Jelinek beschert dem Burgtheater 2020 eine Uraufführung.
Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Es wird aufgearbeitet: Im Wiener Akademietheater feiert Elfriede Jelineks (oben) Stück Schwarzwasser im Februar seine Uraufführung. Ausgangspunkt für den Text über Rechtspopulismus als Virus: eine spanische Insel, ein österreichischer Politiker und eine russische Oligarchennichte.

Es wird gedacht: Am 20. März 2020 ist es ein Vierteljahrtausend her, dass mit Friedrich Hölderlin der griechischste aller deutschen Dichter das Licht der Welt erblickte. Vor 80 Jahren setzte der Philosoph und Kulturkritiker Walter Benjamin seinem Leben auf der Flucht vor den Nazis in Portbou ein Ende. In seinen Schriften sichtete dieser Meisterdenker das Inventar der kulturellen Moderne.

Es jubiliert: Die Salzburger Festspiele blicken auf ihren Gründungsauftrag zurück – 100 Jahre nach Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt. Angemessen würdig begeht man die Säkularsaison mit einer neuen "Buhlschaft" (Caroline Peters) und einer Uraufführung aus der Feder von Literaturnobelpreisträger Peter Handke.

Es wird gegrübelt: Aus der Flut der Neuerscheinungen im Frühlingsprogramm sticht Peter Sloterdijks Titel Den Himmel zum Sprechen bringen (Suhrkamp) heraus. Der umstrittene Formulierkünstler nimmt in dem Werk die großen Offenbarungsreligionen neu in den Blick: als Agenturen, die ihre Narrative durch literarische Verlautbarungstechniken wirkungsvoll in Szene setzen.

Bogdan Roščić tritt im Juli in der Staatsoper seinen Dienst an.
Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Es übernimmt: Der deutsche Intendant und Regisseur Kay Voges tritt mit der Saison 2020/21 die Nachfolge von Anna Badora als Direktor des Wiener Volkstheaters an. Im Juli bezieht Bogdan Roščić (oben) das Direktionsbüro der Wiener Staatsoper.

Es geht (wieder) los: Im Künstlerhaus am Karlsplatz geht es nach Jahren im Dornröschenschlaf und aufwendiger Umbauphase im März wieder mit Kunst los: Albertina Modern und die Künstlervereinigung ziehen (wieder) ein. Auf gute Nachbarschaft! (red, 28.12.2019)