Der über die Ibiza-Affäre gestolperte Ex-Vizekanzler und Ex-FPÖ-Chef, der mittlerweile auch aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, trat im Dezember 2019 bei einer Demonstration gegen das Rauchverbot in Wien auf.

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DAÖ-Klubchef Karl Baron rechnet mit einer Spitzenkandidatur Straches für die neue Partei.

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Heinz-Christian Strache betritt die politische Bühne noch im Jänner.
DER STANDARD

Wien – Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache steht vor seinem Comeback: Am 23. Jänner wird er beim Neujahrstreffen der neuen Wiener Partei "Die Allianz für Österreich" (DAÖ) in den Sofiensälen um 18 Uhr als Gastredner auftreten. Das gab Gernot Rumpold, der den Auftritt der Partei betreut, am Freitag bekannt. Strache wird laut Rumpold "wie Phönix aus der Asche auf die politische Bühne Österreichs zurückkehren".

Offiziell ist Strache noch immer nicht Teil der Partei. DAÖ-Klubchef Karl Baron stellte aber klar: "Wir gehen davon aus, dass H.-C. Strache unser Spitzenkandidat für die Wien-Wahl wird." Einen Plan B gibt es demnach nicht: "Wir vertreten Plan A." Die Entscheidung liege bei Strache: Dieser habe bis zur Wien-Wahl noch Zeit, sich zu deklarieren.

Ob Strache schon bei seiner Rede am 23. Jänner seine Spitzenkandidatur für die FPÖ-Abspaltung verkündet oder doch erst später, bleibt also noch offen. Bisher hatte sich Strache noch geziert. "Die Allianz für Österreich bietet Strache die politische Plattform", meinte Rumpold auf Nachfrage.

Strache selbst machte auf seiner privaten Facebook-Seite bereits Werbung für seinen Auftritt. Laut DAÖ stehen in den Sofiensälen rund 1000 Plätze zur Verfügung, die Anmeldung laufe.

DAÖ-Chef rechnet mit Vorverlegung der Wahl

Viel Zeit bleibt Strache, geht es nach Baron, aber nicht mehr. Denn der DAÖ-Klubchef rechnet mit einer Vorverlegung der Wien-Wahl auf den Mai. "Aber das ist nur Spekulation." Diese begründet er mit dem "desolaten Zustand der Wiener SPÖ", die mit einer Vorverlegung des Wahltermins "die Flucht nach vorne" antreten könnte. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat eine Vorverlegung bisher ausgeschlossen.

Am Donnerstag gab die DAÖ bekannt, dass drei FPÖ-Bezirksräte in Favoriten übergetreten sind. Baron rechnet damit, dass weitere Funktionäre in anderen Bezirken folgen werden. "Davon ist auszugehen. Der Umgang mit H.-C. Strache stößt vielen in der Partei auf." Von weiteren Wechseln von FPÖ-Gemeinderäten zur DAÖ geht Rumpold aber nicht aus. Man wolle bis zur Wahl neue, frische Gesichter präsentieren.

Die DAÖ wurde von den bisherigen FPÖ-Gemeinderäten Baron, Dietrich Kops und Klaus Handler gegründet. Inhaltlich unterscheidet sich die Neugründung derzeit nicht von den Freiheitlichen. Das räumt auch Baron ein: Das Programm beider Parteien sei schließlich durch Strache geprägt.Den Wahlkampf für den Urnengang in Wien will die DAÖ mit Spenden von Unterstützern sowie durch Kredite finanzieren. Für die Wahl selbst zeigte sich Baron – mit einem Spitzenkandidaten Strache – zuversichtlich: Er geht von einem "Kopf-an-Kopf-Rennen mit der FPÖ" aus. (David Krutzler, 10.1.2019)