Der Verbrauch von Benzin, Diesel und Heizöl in Österreich ist gestiegen – und mit ihm der CO2-Ausstoß.

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Wien – Dank starker Preisrückgänge bei Heizöl und Treibstoffen war Haushaltsenergie in Österreich im November 3,5 Prozent billiger als ein Jahr davor und 0,1 Prozent günstiger als im Oktober, ergab der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex. Super und Diesel wurden binnen Jahresfrist um 6,2 bzw. 8,6 Prozent günstiger, Heizöl um 13,4 Prozent, Gas um 0,7 Prozent.

Trendumkehr

Zum Vergleich: Das allgemeine Preisniveau (VPI) stieg im Jahresabstand um 1,1 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Die Kosten für Haushaltsenergie wirkten sich im Oktober somit weiter preisdämpfend aus, auch kurzfristig.

2018 hatten die Energiepreise die allgemeine Preissteigerung noch deutlich vorangetrieben, erinnert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Energieagentur: "Mitte 2019 hat sich dieser Trend wieder umgekehrt. Seitdem wirken die Energiepreise dämpfend auf die ohnedies niedrige allgemeine Inflationsrate." Ursache dafür waren fallende Ölpreise.

Austrian Energy Agency

Dass auch erdölbasierte Produkte wie Heizöl, Diesel und Superbenzin weniger kosteten, seien zwar positive Nachrichten für die Konsumenten, aber nicht für den Klimaschutz, so Traupmann. 2019 seien laut Schätzung des Fachverbandes der Mineralölindustrie hierzulande 10,5 Milliarden Liter Kraftstoff verbraucht worden, sogar etwas mehr als im Jahr 2018. Zudem seien 2019 in Österreich 1,1 Mio. Tonnen Heizöl Extra leicht verbraucht worden, um 2,9 Prozent mehr als 2018. Die Ölheizungen der heimischen Haushalte hätten in den vergangenen Jahren im Schnitt je rund drei Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen.

Heizöl, Diesel und Superbenzin waren nicht nur im Jahres-, sondern auch im Monatsvergleich günstiger. Heizöl war im November um 2,0 Prozent billiger als im Oktober, bei Diesel und Super machten die Preisabschläge jeweils 0,2 Prozent aus.

Brennholz verteuerte sich am stärksten

Gut fürs Haushaltsbudget, schlecht fürs Klima: Heizöl und fossile Treibstoffe wurden billiger.
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Brennholz dagegen verteuerte sich am stärksten, sowohl im Monatsabstand (1,3 Prozent) als auch im Jahresvergleich (2,7 Prozent). Holzpellets waren im November 0,2 Prozent teurer als im Oktober, binnen Jahresfrist 0,3 Prozent.

Ebenso wie Brennholz verteuerten sich Strom und Fernwärme im Jahresvergleich über der Inflationsrate, nämlich jeweils um 1,7 Prozent. Gegenüber dem Vormonat blieben die Preise für Strom und Fernwärme gleich. Gas dagegen wurde binnen Jahresfrist um 0,7 Prozent günstiger, behielt im Monatsabstand aber sein Preisniveau bei. (APA, 20.1.2020)