Das FBI hat Nachrichten von einem aktuellen iPhone ausgelesen.

Foto: REUTERS

Die US-Bundespolizei FBI hat es laut eigenen Angaben geschafft, in ein aktuelles iPhone 11 einzudringen und Daten auszulesen. Das habe fast zwei Monate gedauert, wird in einem Gerichtsdokument erläutert. In dem Fall geht es um den Vorwurf einer unerlaubten Wahlkampffinanzierung in der Causa um US-Präsident Donald Trump und der Ukraine. Der US-Geschäftsmann Lev Parnas soll bei dessen Bemühungen, in der Ukraine belastendes Material zu Trumps politischem Rivalen Joe Biden zu finden, eine zentrale Rolle gespielt haben.

Wie das Gericht schreibt, hat sich Parnas geweigert, das Passwort seines Geräts anzugeben – "was natürlich sein gutes Recht ist", weswegen die Entsperrung so lange gedauert habe. Auch weitere Geräte würden aktuell untersucht werden, um darauf zuzugreifen.

Cellebrite

Offenbar wurde, wie "Golem" berichtet, die Software Cellebrite verwendet, die forensische Analysen für Geräte erlaubt, um die Nachrichten zu lesen. US-Behörden sollen dafür Gelder in Millionenhöhe ausgeben.

Parallel dazu wird aufgrund eines tödlichen Anschlags auf den US-Marinestützpunkt in Pensacola in Florida durch einen saudischen Luftwaffenoffizier debattiert.

Trump attackiert Apple

Das FBI will das Smartphone entsperrt sehen – nicht zum ersten Mal –, dazu kommt diesmal aber präsidentieller Druck durch Trump. Dieser schrieb auf Twitter, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen und anderen Belangen "die ganze Zeit".

Dennoch weigere sich der Konzern, Behörden den Zugang zu verschlüsselten Telefonen zu ermöglichen. Dabei gehe es um Telefone, "die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen" benutzt würden. Wie sich nun erweist, dürfte eine solche Hintertür gar nicht notwendig sein. (red, 24.1.2020)