Bis Oktober will man eruieren, ob es weitere Maßnahmen braucht.

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Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen "Werkzeugkasten" für mehr Sicherheit im 5G-Netz vorgestellt. Darin sind Maßnahmen zusammengefasst, die das Risiko im neuen Mobilfunkstandard minimieren sollen. Sie sollen als Mindeststandard für alle Mitgliedsländer und Mobilfunkbetreiber gelten und eine koordinierte Vorgangsweise in der ganzen EU sicherstellen. Einzelne Länder können aber auch weitergehen.

Das gerade im Aufbau befindliche 5G-Netz sei weniger zentralisiert, mehr von Software abhängig, verfüge über mehr Antennen und sei auch in Randbereichen mit mehr Rechenleistung ausgestattet. Daher bieten sich mehr Ansatzpunkte für Computerhacker, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission vom Mittwoch. Bedrohungen durch Computerkriminalität steigen und werden immer ausgefeilter. Da aber künftig zahlreiche kritische Dienstleistungen vom 5G-Netz abhängen werden, viele Firmen ihre ganze Lieferkette von 5G abhängig machen dürften, wird die Sicherheit der Netzwerke von größte strategischer Bedeutung für die EU sein, so die EU-Kommission.

Umsetzung bis 30. April

Die Mitgliedsländer sollen die vorgeschlagenen Maßnahmen bis 30. April umsetzen und bis 30. Juni darüber berichten. Bis 1. Oktober soll es einen Zwischenbericht geben, um zu klären, ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Der EU-Werkzeugkasten unterscheidet strategische Maßnahmen, etwa Eingriffsmöglichkeiten für Regulatoren, um das Netz zu überwachen und die Vielfalt des Angebots im 5G-Netz sicherzustellen, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Technische Maßnahmen sollen Risiken aus der Technologie, aber auch aus menschlichen Fehlern minimieren. Auch soll es Pläne zum Vorbeugen gegen Risiken geben.

Die EU-Kommission schätzt, dass sich bis 2025 die weltweiten Einnahmen aus 5G auf 225 Mrd. Euro belaufen werden. Die Entwicklung von 5G sei eine wichtige Voraussetzung, um am Weltmarkt konkurrenzfähig sein zu können. (APA, 29.01.2020)