Wohl bald schon ein Fall für Museen: schwedische Geldscheine.

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Was vielen Österreichern wie die drohende Apokalypse vorkommt, könnte in Schweden schon bald Realität sein. Das Ende des Bargelds scheint kaum irgendwo so nahe wie im nördlichen Königreich. Schon heute akzeptieren viele Museen, Geschäfte und Bistros keine Scheine und Münzen mehr. Das beunruhigt auch die Schwedische Reichsbank zusehends. Die Menschen könnten das Vertrauen in das Geldsystem verlieren, wenn sie das, was auf ihrem Bankkonto angezeigt wird, eines Tages nicht mehr beim Stabilitätsfaktor Staat gegen etwas Reales eintauschen könnten.

Einjähriger Test

Nun hat aber die Reichsbank auch die Zeichen der Zeit erkannt und weiß, dass der Trend zum bargeldlosen Zahlen wohl nicht mehr aufzuhalten ist. Man will deshalb von staatlicher Seite seine eigene Online-Währung einführen und diese als eine Art krisensichere Währung etablieren. Die E-Krone soll in einem einjährigen Projekt in zwei Phasen getestet werden. Zuerst soll sie nur den Banken, dann registrierten Kunden zur Verfügung gestellt werden. Eines Tages soll sie aber vor allem auch dafür schützen, das bestimmten Gruppen der Zugang zu dieser Online-Währung verwehrt bleibt. Ähnlich wie Bargeld soll es allen zugänglich sein.

Die auf Blockchain-Technologie basierende E-Krone soll dabei alle Vorzüge bestehender Kryptowährungen mit Online-Banking verbinden – zeitgleich aber sicherer und ressourcenschonender sein, so zumindest der Plan der Reichsbank. Nur der Reichsbank wird es möglich sein, E-Kronen auszustellen und einzusammeln. Im Endeffekt soll es also für die Schwedinnen und Schweden zu möglichst wenig Veränderungen kommen, nur dass hinter den Zahlen auf dem Konto fortan E-Kronen statt realer Kronen stehen – die freilich ohnehin nicht in der Größenordnung der existierenden Vermögenswerte als reale Scheine und Münzen vorhanden wären. Sollte der Test positiv verlaufen, würde wohl ein Volksbefragung über die Einführung der E-Krone abgehalten werden. (faso, 23.2.2020)