Louvre sagte Werkschau über bulgarische Kunst ab.

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Der Pariser Louvre hat nach Protesten von Nationalisten und Kirche eine Ausstellung über bulgarische Kunst abgesagt. Die ursprünglich für Juni geplante Schau in der Abteilung für islamische Kunst sollte Arbeiten zeigen, die zwischen 16. und 18. Jahrhundert entstanden, als Bulgarien unter osmanischer Herrschaft stand. Im Vorfeld nannte die nationale Bewegung IMRO-BNB die Schau eine Beleidigung.

Keine Leihgaben aus Bulgarien

In Bulgarien wird der Islam oft mit der Jahrhunderte währenden osmanischen Herrschaft verbunden, die als "osmanisches Joch" empfunden wurde. Erst im Jahr 1878 wurde das Balkanland autonomes Fürstentum. Bulgariens orthodoxe Kirche, der rund 80 Prozent der Bulgaren angehören, hatte erklärt, dass sie Nachfragen des Louvre nach Leihgaben nicht nachkommen werde.

Bereits vor zwei Wochen hatte das bulgarische Kulturministerium den Louvre wissen lassen, dass es angesichts der Reaktionen der Öffentlichkeit und der orthodoxen Kirche die Absage der Ausstellung wünsche. (APA, 26.2.20)