Was besagen diese Zahlen?

Hier werden durchgehend bestätigte Infektionszahlen berichtet, also Fälle, in denen Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Diese Zahlen sagen aber nichts darüber aus, wie viele Menschen in verschiedenen Ländern tatsächlich das Virus in sich tragen oder an der von ihm ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 leiden.

Die Wahrheit ist schlicht, dass die Weltöffentlichkeit (noch) nicht weiß, wie hoch die Dunkelziffer der Erkrankungen ist. Daraus lässt sich ableiten, dass die Sterblichkeit und in der Folge die Gefährlichkeit des Virus höchstens grob geschätzt werden kann. Auch die Zählweise der Todesfälle ist international nicht vereinheitlicht; es wird nicht systematisch registriert, ob Ärzte und Behörden die Übersterblichkeit erfassen, also nur Personen, die ohne Covid-19 nicht verstorben wären, oder alle nach positiver Testung Verstorbenen angeben – unabhängig davon, ob der Tod mit oder ohne Covid-19 eingetreten wäre. Für Österreich hat das Gesundheitsministerium dies inzwischen ausgewiesen: Als Covid-Todesfall werden alle Verstorbenen erfasst, "die zuvor Covid-positiv getestet wurden", unabhängig der Todesursache.

Behalten Sie diese Unschärfen bei der Interpretation der Zahlen bitte stets im Hinterkopf.

Die bestätigten Fälle im Überblick

In der folgenden Grafik sehen Sie die bestätigten weltweiten Fälle. Die Zahlen stammen vom Dashboard der Johns-Hopkins-Universität.

Die derzeit in Österreich bestätigten Fälle sind in der folgenden Grafik dargestellt. Wie im Diagramm zu den weltweiten Fällen sind sie aufgeteilt in derzeit Erkrankte, Genesene und Verstorbene. Diese drei Gruppen ergeben miteinander die Gesamtzahl der bestätigten Fälle.

Die Fall-Zahlen (aus dem Dashboard) werden öfter aktualisiert. Die Zahlen zu den Genesenen und Verstorbenen entstammen dieser Gesundheitsministeriumsseite und werden aktuell einmal täglich veröffentlicht.

Wie sich die bestätigten Fälle und Todesfälle in einigen anderen Staaten entwickeln, sehen Sie in der untenstehenden Grafik. Wechseln Sie zwischen den Ansichten, um Gesamtzahlen, absolute Anstiege und prozentuelle Anstiege (jeweils im Viertagesschnitt) zu vergleichen. Auch hier ist bei der Interpretation besondere Vorsicht aus den weiter oben genannten Gründen geboten.

Wie sich die österreichischen Covid-19-Fälle auf die Bundesländer aufteilen, sehen Sie in der Grafik weiter unten.

Prozentueller Tagesanstieg

Anfangs stiegen die Fallzahlen in Österreich exponentiell, sie vermehrten sich also jeden Tag um einen etwa gleichbleibenden Prozentanteil von 30 bis 40 Prozent. Die absolute Zahl stieg dadurch von Tag zu Tag steiler an. Danach hat sich der tägliche Zuwachs verringert, wie die folgende, jeden Nachmittag aktualisierte Grafik zeigt.

Zahl der durchgeführten Tests in Österreich

Die Entwicklung der bestätigten Ansteckungsfälle hängt nicht nur davon ab, wie viele Personen zu einem Zeitpunkt tatsächlich infiziert sind – sondern auch davon, wie viel getestet wird. Der Dunkelziffer kommen wir zwar auch über die Zahl der in Österreich durchgeführten Tests nicht wirklich näher, die Grafik zeigt aber immerhin, wie sich die Testrate entwickelt.

Der einmalige Anstieg von mehr als 36.000 Tests am 2. April liegt laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) daran, dass viele kleine Labors noch nicht mit der Schnittstelle verbunden waren, die direkt Daten ins Epidemiologische Meldesystem (EMS) einspeist. Positive Testergebnisse wurden unmittelbar an die Behörden übermittelt und konnten so laufend in die Statistik einfließen.

Anfang April wurden jedoch die negativen Ergebnisse und somit die Gesamtzahl an durchgeführten Testungen nachgereicht – auch jene aus "großangelegten Screenings in den Krankenanstalten, die bisher nicht von den Ländern eingemeldet wurden", wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage bekannt gab.

Erkrankungen in Österreich: Hospitalisierung und Altersgruppen

Die folgende Grafik zeigt, in welcher Altersgruppe sich die positiv auf Covid-19 getesteten Menschen befinden – über 60 Prozent sind jünger als 55.

Symptome und Verlauf von Covid-19-Erkrankungen

Erste Zahlen zum Verlauf einer Erkrankung mit dem neuen Coronavirus stammen aus einer chinesischen Studie, die Mitte Februar im "Chinese Journal of Epidemiology" publiziert wurde. Jüngere Daten veröffentlicht das italienische Istituto Superiore di Sanità (ISS). Demnach wird die Mehrheit der Sars-CoV-2-Infektionen als "mild" bezeichnet.

Neben der Dunkelziffer ist bei diesen Zahlen zu beachten, dass in beiden Ländern nur ein Teil der bekannten Erkrankungen ausgewertet wurde und zudem hinter dem Begriff "mild" eine ganze Bandbreite an Krankheitsverläufen stecken kann, die in der Regel aber keine Behandlung im Spital erforderlich machen.

In Deutschland liegen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts für über 70 Prozent der bekannten Infizierten klinische Informationen vor: Häufig genannte Symptome sind laut Report vom 6. April Husten (52 Prozent), Fieber (41 Prozent) und Schnupfen (22 Prozent). Das spanische Gesundheitsinstitut Instituto de Salud Carlos III führt im Bericht vom 3. April Fieber, Husten, Atemnot und Schüttelfrost als häufigste Symptome.

Altersverteilung, Sterblichkeitsrate und weitere internationale Zahlen zu Covid-19

Im Gegensatz zu Österreich veröffentlicht manch anderes Land mehr Informationen zur demografischen und klinischen Verteilung der am Virus Sars-CoV-2 Erkrankten oder auch im Zusammenhang mit dem neuen Erreger verstorbenen Menschen. Um etwas mehr über das neuartige Coronavirus zu erfahren, blicken wir künftig regelmäßig in die statistischen Reports anderer Länder. Dabei darf einerseits nicht die Dunkelziffer vergessen werden – das heißt, dass sich alle Zahlen stets auf die positiv Getesteten beziehen, oder gar einen Bruchteil davon.

Andererseits sind beeinflussende Faktoren wie zum Beispiel die Testanzahl und -kriterien, Gesellschaftsstrukturen oder Gesundheitssysteme regional unterschiedlich. Auch die Institutionen und Behörden der verschiedenen Länder weisen darauf hin, dass alle Zahlen und Ergebnisse sich auf die vorhandenen Möglichkeiten und Datenlage beziehen und deshalb mit Vorsicht zu interpretieren sind. Wir bitten dies im Hinterkopf zu behalten.

Dass ältere Menschen stärker gefährdet sind, an einer Covid-19-Erkrankung zu sterben, zeigt die folgende Grafik. Die älteste Bevölkerung der Europäischen Union mit einem Medianalter von 46,3 Jahren hat übrigens Italien.

(kies, mcmt, dy, 9.4.2020)