"Und genau diese App überträgt die Daten jetzt außerhalb des VPN-Tunnels."

Foto: JASON LEE / REUTERS

Wer einen VPN-Dienst nutzt, der erhofft sich davon eine gewisse Absicherung seiner Daten – zumindest zwischen seinem Rechner und dem jeweiligen Anbieter. Damit das auch wirklich klappt, darf der Hersteller aber nicht gar so grob patzen, wie es Apple nun passiert ist.

Ein Fehler in aktuellen iOS-Versionen führt dazu, dass der VPN-Schutz in Teilen wirkungslos. Aufgefallen war dieses Verhalten dem VPN-Anbieter Proton VPN, der den Fehler auch bereits Ende vergangenen Jahres an Apple gemeldet hat. Ein Update zur Fehlerbereinigung gibt es trotzdem noch nicht.

Problem

Den Fehler scheint Apple mit iOS 13.3.1 eingeschleppt zu heben. Üblicherweise werden beim Start des VPN-Clients sämtliche bestehenden Internetverbindungen beendet, und neu aufgenommen. Nur damit kann sichergestellt werden, dass sie auch wirklich über den verschlüsselten VPN-Tunnel geschickt werden. Genau das passiert derzeit aber nicht. Wie schlimm das Problem ist, hängt nicht zuletzt von den verwendeten Programmen ab. Während manche ihre Verbindungen ohnehin in kurzen Abständen wieder frisch aufnehmen – und damit dann automatisch im VPN-Tunnel landen – gibt es auch welche, die mehrere Stunden offen bleiben.

Eine Datenanalyse offenbart: Auch bei aktivem VPN laufen einige Verbindungen ungeschützt weiter.
Grafik: ProtonVPN

Workaround

Dieser Ablauf macht aber auch klar, dass es einen simplen Workaround für die Nutzer gibt: Nach der Aktivierung des VPNs reicht es aus, kurz den Flugzeugmodus zu aktivieren und wieder abzuschalten. Dadurch werden sämtliche offene Verbindungen getrennt, und anschließend wieder frisch aufgenommen. Eine hundertprozentige Garantie, dass dann keine Daten mehr außerhalb des Tunnels fließen, sei dies aber nicht, betont Proton VPN. Immerhin könnte auch ein Programm schneller als die Reaktivierung des VPNs sein. Entsprechend empfiehlt Apple denn auch allen, die ganz sicher gehen wollen, auch noch die "Always-on VPN"-Option in den Einstellungen zu aktivieren. Zumindest so lange bis es ein Update zur Fehlerbereinigung gibt. Wann dieses folgen soll, ist derzeit noch unbekannt. (apo, 27.3.2020)