In einem Leserbrief plädiert der Arzt Friedrich Prischl für die Methode des "Physical Distancing".

Abstand halten ist eine enorm wichtige Maßnahme bei hochansteckenden Virusinfektionen, natürlich auch beim Sars-CoV-2. Auf die Feinheiten der Sprache achten ist aber ebenso enorm wichtig.

Sicherheitsabstand auf der Straße.
Foto: Reuters / Susana Vera

"Social Contacting", das Gegenteil von "Social Distancing", ist nicht nur Umarmen, Bussi links, Bussi rechts, also Körperkontakt. "Social Contacting" ist auch, den Wohnungsnachbar aus zwei Metern Distanz im Stiegenhaus zur Abwechslung mal freundlich grüßen, jemandem aus dem Fenster oder vom Balkon winken, telefonieren, SMS, Video-Telefonie, eine E-Mail-Nachricht schicken, in Gedanken "bei dir" sein, einen Brief schreiben, jemand nicht alleinlassen und so weiter. Sollten wir nicht besser von "Physical Distancing" (Copyright nicht bei mir, sondern erstmals in einer Aussendung des Impulstanz-Festivals gelesen) sprechen? Einzig der Verzicht auf körperliche Nähe, auf Körperkontakt ist gemeint, um die Virusausbreitung so gut als möglich hintanzuhalten. Ansonsten sollten wir – auf Distanz – zusammenstehen, uns gegenseitig unterstützen und Mut zusprechen, zumal die Abgrenzungsmaßnahmen uns ja noch einige Zeit begleiten werden.

Physical Distancing – unbedingt! Social Distancing – nein!

Friedrich Prischl, Krankenhaus-Arzt. (29.3.2020)