Die Halle im American Airlines Center in Dallas wird diese Saison nicht mehr gebraucht. Gespielt wird in Edmonton und Toronto.

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Edmonton/Toronto – Die nordamerikanische Eishockey-Liga NHL soll am 1. August mit fünf Spielen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Der Liga-Vorstand und die Mehrheit der Profis billigten einen von Liga und Spielergewerkschaft verabschiedeten Plan. Dabei wurden auch die bislang gültigen Tarifvereinbarungen um vier Jahre bis zur Saison 2025/26 verlängert. Die Saison war am 12. März wegen der Coronavirus-Pandemie noch vor dem Ende der Hauptrunde unterbrochen worden.

Die Edmonton Oilers sollen im Auftaktspiel gegen die Chicago Blackhawks antreten, außerdem ist an gleicher Stelle die Partie zwischen den Calgary Flames und den Winnipeg Jets geplant. In Toronto sollen am gleichen Tag drei Begegnungen (Carolina – New York Rangers, New York Islanders – Florida Panthers und Pittsburgh Penguins – Montreal Canadiens) stattfinden, Zuschauer sind nicht zugelassen.

Tägliche Corona-Tests

Am Montag werden die 24 Teams mit dem Mannschaftstraining beginnen. Am 26. Juli erfolgt die Anreise der Teams an die Spielorte Edmonton und Toronto. Jede Delegation darf an Spielern, Betreuern und Funktionären maximal 52 Personen umfassen. Diese müssen sich 48 Stunden vor dem Beginn des Mannschaftstrainings und dann täglich auf Corona testen lassen.

Erst Qualirunde, dann Play-offs

Zunächst gibt es eine Qualifikationsrunde, dann folgen Play-offs mit 24 Teams. Während der Play-offs bekommen die Spieler Einzelzimmer, jedes Team hat im Hotel eine eigene Etage zur Verfügung. Sollte ein Spieler positiv getestet werden, muss er sich in Quarantäne begeben. Die Conference-Finalserien sollen am 8. September starten. Das Finale um den Stanley Cup in Edmonton soll am 22. September beginnen und spätestens am 4. Oktober enden.

Draft im Oktober

Am 9./10. Oktober soll dann auch der NHL-Draft 2020 über die Bühne gehen – über sieben Runden und online. Das gab die nordamerikanische Eishockeyliga am Samstag bekannt. Ursprünglich war der NHL-Draft Ende Juni in Montreal vorgesehen gewesen. Wegen der Corona-Pandemie war dieser Termin aber bereits im März gestrichen worden.

Österreichs Eishockey-Talent Marco Rossi, Center der Ottawa 67's, ist für den Draft als Nummer sechs in Nordamerika eingestuft worden. Auch Thimo Nickl hat gute Chancen, gewählt zu werden, Senna Peeters darf ebenfalls hoffen. Im Draft sichern sich die 31 NHL-Clubs die Rechte an 217 Talenten.

Die nächste NHL-Saison wird laut Medienberichten dann am 1. Dezember beginnen.

Olympia-Teilnahme sicher

Der neue Vertrag enthält zudem auch eine Klausel, die den Spielern zusichert, dass sie an den Olympischen Spielen 2022 und 2026 teilnehmen dürfen.

Dies müsse allerdings noch endgültig mit dem Internationalen Olympischen Komitee und dem Eishockey-Weltverband ausgehandelt werden. Dessen Präsident Rene Fasel sagte der Nachrichtenagentur AP, er sehe nichts, was dem entgegenstehe. "Es gibt viele Herausforderungen, aber prinzipiell ist das für mich und besonders das internationale Eishockey eine gute Nachricht", sagte der Schweizer.

Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang hatten die NHL-Profis nach einem Streit der nordamerikanischen Liga mit dem Eishockey-Weltverband IIHF gefehlt, nachdem sie seit 1998 zuvor an allen Winterspielen teilgenommen hatten. Liga und Spielergewerkschaft einigten sich nun darauf, dass NHL-Profis wieder für eine Olympia-Teilnahme zur Verfügung stehen dürfen. (APA/sda, sid, red, 11.7.2020)