Die Corona-Krise hat BItcoin nichts anhaben können. Nach einem kurzen Kurseinbruch wurden die Verluste wieder aufgeholt.
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Ruhig ist es um die einst so hochgejubelte und ebenso hochgehandelte Digitalwährung Bitcoin geworden. Weder hat sie alle Versprechungen der Befürworter gehalten, noch ist sie zu dorthin zurückgekehrt, was ihre Gegner als wahren Wert ansehen: nämlich null. Auch sonst ist die Kryptowährung während der Corona-Krise unauffällig geblieben – wenn man davon absieht, dass der flüchtige Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek offenbar einige Bitcoin als Reisekasse mitgenommen hat. Dabei bewegt sich im Hintergrund einiges.

Für die bekannteste Kryptowährung war nach einem anfänglichen Schock Corona rasch abgehakt. Seither pendelt der Preis zwischen 9000 und 10.000 US-Dollar, also bei fast der Hälfte des Rekordhochs von knapp 20.000 Dollar aus dem Jahr 2017. Vermissen lässt Bitcoin dabei die wilden Kurssprünge früherer Tage. Hat das zunehmende Engagement von institutionellen Investoren den Markt für Kryptowährungen etwa reifen lassen?

Einer Erhebung der Investmentgesellschaft Fidelity zufolge hat bereits mehr als ein Drittel der 774 befragten Profiinvestoren – in Europa sind es 45 und in den USA 27 Prozent – in Kryptowährungen investiert, allen voran in Bitcoin. Was sie an Kryptowährungen schätzen? Laut der Umfrage sind es das hohe Aufwärtspotenzial, die innovative Technologie sowie dass Bitcoin und Co nicht mit anderen Vermögensklassen korrelieren – sich also selbst bei hohen Schwankungen zum Aufbau eines breitgestreuten Portfolios eignen.

Auffallend: In Europa, wo Negativzinsen mittlerweile weitverbreitet sind, empfindet ein Viertel der Investoren Kryptowährungen deshalb als interessant, da sie frei von Interventionen von Regierungen und Notenbanken seien, in den USA ist es nur jeder Zehnte. Tom Jessop, Chef des Fidelity-Ablegers für digitale Vermögenswerte, sieht in den Umfrageergebnissen die Bestätigung eines Trends: Kryptowährungen werden für Profiinvestoren salonfähig.

Kurssprünge und Marktmanipulation

Im Gegenzug schrecken viele Institutionelle – immerhin legt die Mehrheit nicht in Kryptowährungen an – wegen der früheren wilden Kurssprünge von Bitcoin vor einem Investment zurück. Auch Marktmanipulation bei Kryptowährungen befürchten viele Profianleger. Ebenso dass sich der wahre Wert einer Kryptowährung nur schwer ermitteln lasse.

Während unter Investoren Bitcoin und Co schon weitverbreitet sind, hinkt die breite Bevölkerung hinterher: Nur 2,7 Prozent der Deutschen sollen in Besitz von Bitcoin sein, in Österreich dürfte die Lage ähnlich sein. Dennoch ermöglicht A1 hierzulande Bezahlen mit Kryptowährungen und bietet eine Lösung ohne Währungsrisiko für Händler an. Fachwissen rund um Bitcoin und Co soll nicht nötig sein. Ob das den Durchbruch als Zahlungsmittel im Alltag bringt, bleibt abzuwarten. Vielleicht ist Bitcoin als Investment einfach besser geeignet. (Alexander Hahn, 26.7.2020)