Immer wieder machten sich Menschen in die Wildnis Alaskas auf, um auf den Spuren Christopher McCandless' zu wandeln. Dessen tragisches Schicksal wurde durch das Buch und den Film "Into the Wild" bekannt und berühmt. Vor allem der Ort, wo der Aussteiger McCandless 1992 verhungert ist, wird von zahlreichen leichtsinnigen Touristen gerne aufgesucht – ein alter Schulbus. Der verlassene und verrostete Bus ist zu einer Art Schrein für Fans des Buches von Jon Krakauer und des darauf basierenden Films von 2007 geworden.

Im Juni wurde der Bus an einen unbekannten Ort verfrachtet.
Foto: AP/Alaska National Guard/Sgt. Seth LaCount

Immer wieder kam es dabei zu tödlichen und beinahe tödlichen Zwischenfällen. Im Februar mussten fünf italienische Touristen, einer mit erfrorenen Füßen, gerettet werden. Vergangenen Sommer starb eine Frau aus Weißrussland, nachdem sie bei ihrer Rückkehr von dem Bus vom Teklanika-Fluss mitgerissen worden war. Im Jahr 2010 starb bei einem ähnlichen Vorfall auch eine Frau aus der Schweiz im Fluss. Zuletzt mussten die Alaska State Troopers im April ausrücken. Damals war es ein brasilianischer Tourist, der sich bei seinem "Into the Wild"-Trip übernommen hatte. Nachdem ihm die Lebensmittel ausgegangen waren, setzte er am Mittwoch ein Notsignal ab und wurde von den Troopern per Hubschrauber aus der Wildnis geholt. Er konnte den Fluss nicht mehr überqueren, weil zuvor die Eisschmelze eingesetzt hatte.

Er soll nun in das Museum of the North der Universität von Alaska in Fairbanks übersiedeln.
Foto: Reuters

Diese Vorkommnisse heizten die langjährige Diskussion an, den Bus zu entfernen, um zukünftige Tragödien zu verhindern. Bereits am 18. Juni wurde das alte Vehikel an einen unbekannten Ort gebracht. Nun soll es nach sechs Jahrzehnten in der Wildnis des Denali-Nationalparks im Museum of the North der Universität von Alaska in Fairbanks sein letztes Zuhause finden, teilten die Behörden vergangene Woche mit. Dies soll dazu beitragen, die Geschichten der mit Bus 142 verbundenen Menschen zu bewahren und zu teilen, sagte Corri Feige, Kommissarin des Ministeriums für natürliche Ressourcen. (max, 4.8.2020)