Die Biber aus dem River Otter in Devon ahnen nicht, dass ihnen ihr Aufenthaltsrecht erst jetzt zuerkannt wurde.
Foto: REUTERS/DEVON WILDLIFE TRUST

Wie so viele andere große oder auch nur halbwegs große Tiere ist auch der Biber in historischer Zeit auf den Britischen Inseln ausgerottet worden. Dem mit über 20 Kilogramm Masse größten Nagetier Europas ist vor allem sein dichter Pelz zum Verhängnis geworden. Aber auch sein Fleisch und sein als Bibergeil bezeichnetes Duftsekret wecken Begehrlichkeiten. Im 16. Jahrhundert dürften die letzten britischen Biber getötet worden sein, die letzte dokumentierte Erwähnung eines lebenden Exemplars stammt aus den 1520er Jahren.

Das Comeback der Spezies erfolgte erst im neuen Jahrtausend und war auch keineswegs geplant: 2008 tauchten einige Exemplare in der Grafschaft Devon auf – vermutlich waren sie illegal gehalten und später freigelassen worden. Danach wurden sie von Experten argwöhnisch überwacht. Obwohl der Biber lange Zeit natürlicher Bestandteil der britischen Fauna gewesen war, wollte man abwarten, ob die Tiere ihrer Umwelt schaden. Die Regierung wollte die Biber ursprünglich einfangen und umsiedeln lassen, einigte sich mit Tierschützern jedoch schließlich auf eine mehrjährige Testzeit.

Am Donnerstag zog Umweltministerin Rebecca Pow nun ein positives Fazit: Die Biber hätten keinen Schaden angerichtet, sondern ganz im Gegenteil die Artenvielfalt und die Wasserqualität in dem Gebiet deutlich erhöht. Die Landschaft sei damit widerstandsfähiger gegen den Klimawandel geworden. Die Organisation Devon Wildlife Trust sprach von einer richtungweisenden Entscheidung. Es handle sich um die erste gesetzlich abgesicherte Wiederansiedlung einer in England ausgestorbenen Säugetierart überhaupt. Die Biber in Devon – bis zu 15 Familien – hätten damit "jetzt eine sichere Zukunft". (red, APA, 7. 8. 2020)