DER STANDARD

Ein kleines Schwimmbecken, Grünflächen mit Sonnenstühlen, ein Kiosk, eine Bühne für Veranstaltungen und ein Bus, in dem man übernachten kann: Die Gürtelfrische West auf dem Wiener Gürtel zwischen Wien-Neubau und Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus will drei Wochen lang zeigen, wofür man öffentlichen Raum einsetzen kann, wenn er nicht als Fahrstreifen genutzt wird. Das Projekt fand in Deutschland breites Medienecho. Zugleich musste sich die Stadt von der Opposition viel Kritik anhören: Die 150.000 Euro hätte man in der Corona-Krise besser einsetzen können als für einen Pool für sechs Personen, so der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp beispielsweise.

Ein größerer Pool wäre jedoch wohl schwierig umzusetzen gewesen, beim Bau der Gürtelfrische habe man auch die Statik berücksichtigen müssen, da unterirdisch die U-Bahn fährt, erklärt Isabelle Uhl (Grüne), stellvertretende Bezirksvorsteherin des 7. Wiener Gemeindebezirks. Überhaupt sei das Schwimmbecken nur "Cherry on the cake". Im Video sprechen sie und Gerhard Zatlokal (SPÖ), Bezirksvorsteher des 15. Bezirks, darüber, weshalb das Projekt verkehrstechnisch ein "Blick in die Zukunft" ist. Zatlokal möchte nun Gespräche führen, um die Anzahl der Fahrstreifen im Bereich der Gürtelfrische künftig von sieben auf fünf zu reduzieren.

Langfristig soll im angrenzenden ehemaligen Sophienspital in Wien-Neubau Wohnraum entstehen, während auf der anderen Seite in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus 2021 planmäßig ein Ikea eröffnet, der öffentlich gut erreichbar sein soll. Hier müsse man auch überlegen, wie man den 7. und den 15. Bezirk verbinden kann, ohne eine Brücke bauen zu müssen, so Uhl. (Andreas Müller, Ayham Yossef, 18.8.2020)