Wie ein schrumpeliger Zumpf über den Hosenbund hängen würde, trägt die Dame ihre Nase über der Maske. Sie sitzt in der S-Bahn, die von Floridsdorf in Richtung Süden fährt. Jede Viersitzgruppe ist nur einzeln besetzt. Alle anderen tragen die Masken korrekt. Verstohlen schaut die Dame, die man auch ohne ein Abzeichen in Virologie der vulnerablen Gruppe zuordnen kann. Am Rennweg steigt ein junger Mann ein, breite Schultern, gut trainiert, kein Gramm Fett zu viel. Er bleibt nahe der Tür stehen und beginnt die Dame anzustarren. Sein strenger Blick scheint zu sagen: "Wegen dir tragen wir alle hier Masken, aber du ..."

Nicht alle tragen in Reisezügen die Maske korrekt und halten Abstand. Was im Nahverkehr oft noch ganz gut gelingt, wird auf Fernreisen anscheinend öfter zum Problem.
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Die Dame hält dem Blick keine Minute stand, reibt sich demonstrativ die Nase, bevor sie den Blick wendet, um aus dem Fenster zu schauen, vor dem es eh nichts zu sehen gibt, und die Maske über die Nase zieht. Sie beginnt theatralisch schwer zu atmen. Der junge Mann widmet sich dem Buch, das er in Händen hält. Tolstoi. Als er am Südbahnhof aus dem Zug steigt, zieht die Dame die Maske wieder unter die Nase.

Überfüllte Fernreisezüge

In den S-Bahn-Zügen ist die Lage abseits der Stoßzeiten entspannt. Dort und da lugt ein Pfrnak über die Maske, aber sonst geht es den Regeln entsprechend zu. Ganz anders sieht die Sache bei den Fernzügen aus, wurde uns berichtet. Dicht an dicht stehen die Menschen zwischen Wien und Innsbruck zeitweise im Zug, keine Chance, den Mindestabstand einzuhalten. Und dann war da noch die Geschichte mit der Frau, die zweimal die Strecke Graz–Wien mit dem Zug fuhr und danach positiv auf Corona getestet wurde. Die ÖBB sucht derzeit nach Mitreisenden.

Was haben Sie in den Fernbussen erlebt?
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Erlebnis im Flixbus

Solche und solche Geschichten gibt es auch von Fernbussen. Nina Müller berichtete Anfang August auf Facebook: "Vorbildlich, die Anreise mit dem Flixbus ab Graz nach Portorož, alle tragen Maske, vom Desinfektionsmittel beim Einstieg wird viel Gebrauch gemacht. In Slowenien Maskenpflicht – in jedem Gebäude, in jedem geschlossenen Verkehrsmittel. Ohne Diskussion." Doch bei der Rückreise von Slowenien ergab sich ein ganz anderes Bild: "Am Busbahnhof Ljubljana kommt der Bus pünktlichst an ... obwohl der Startpunkt der Fahrt ziemlich weit entfernt war: Plowdiw, Bulgarien. Ein Land, das für Österreich als Risikoland gilt, Stufe 6. Trotzdem tragen vier von fünf Mitfahrenden keine Maske, zumindest nicht über Mund und Nase. Die beiden Busfahrer übrigens auch nicht. Obwohl diese Mindestmaßnahmen in den Hygienestandards von Flixbus online festgehalten werden." Nur an der Grenze werden die meisten, während der Kontrolle, die Masken tragen. "Als hinter uns munter herumgehustet wird, wird uns etwas flau im Magen", erzählt die Steirerin.

Wo funktioniert es, wo nicht?

Wie ging es Ihnen bei Fernreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Wurde der Flixbus gecancelt, weil er nicht gut genug gebucht war, und Sie saßen im Folgebus nah an dicht? Konnten Sie auf Zugreisen den Sicherheitsabstand einhalten, und haben Sie wie alle anderen Maske getragen? Oder sind gar Sie eine jener Personen, die die Maske nur tragen, wenn der Schaffner schon mit dem Aussteigen droht?

Erzählen Sie uns Ihre Erlebnisse. Wo sehen Sie Probleme? Was wird gut gemacht? Auf welcher Reise fühlten Sie sich wohl, wo nicht? In welchen Ländern fanden Sie es besonders schlimm, in welchen vorbildhaft gelöst? (Guido Gluschitsch, 19.8.2020)