Kriminalität im Netz wird ein immer zentraleres Thema.

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Rund vier Millionen Menschen in Österreich tätigen laut Ifes-Umfrage mindestens einen Einkauf im Monat im Internet. Rund 324.000 Konsumenten sind dabei in den vergangenen zwölf Monaten Opfer eines Internetbetrugs geworden. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte am Freitag die Verdoppelung der Anzahl der derzeit 300 "Cybercops" im Kampf gegen Internetkriminalität an.

Die gesamte Exekutive soll bis auf die Ebene der Polizeiinspektionen cyberfit gemacht werden, definierte Nehammer das Ziel: "Daher werden künftig IT-Themen bereits in die Polizeigrundausbildung einfließen, um ein technisches Basisverständnis zu schaffen, und auch in der Fortbildung wird der Fokus auf Cyberthemen gelegt werden." Der Ressortchef kündigte außerdem den Aufbau eines Ausbildungscampus in Kooperation mit einer universitären oder fachhochschulischen Einrichtung an, um Polizistinnen und Polizisten für digitale Forensik und digitale Ermittlungen auszubilden.

50 Euro Schadenshöhe im Durchschnitt

Laut Ifes-Umfrage vom Oktober (1.002 repräsentativ Befragte im Alter von 18 bis 80 Jahren) geben die rund vier Millionen monatlichen Onlinekäufer im Durchschnitt 70 Euro aus. Die Schadenshöhe durch Betrug belief sich bei den meisten Betroffenen in den vergangenen zwölf Monaten auf etwa 50 Euro, bei 17 Prozent auf mehr als 200 Euro. Es wurden rund 18.000 Anzeigen aufgenommen. Es werde befürchtet, dass künftig zumindest jeder zehnte Onlineshopper Opfer von Betrug werden wird, sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

Steigende Anforderungen

"Die steigenden Anforderungen an die Technik und die Entwicklungen der Kriminalität brauchen zeitgemäße Ermittlungsmethoden", betonte Nehammer, der als Beispiel den Suchtmittelhandel im Darknet nannte. Hier sollen künftig Spezialisten aus dem Bereich Suchtmittel mit Darknet-Ermittlern und digitalen Finanzermittlern zusammenarbeiten. Bei einem Angriff mit Ransomware auf ein Unternehmen werden mobile Unterstützungseinheiten eingerichtet, um an Ort und Stelle die IT zu sichten und Abwehrmaßnahmen zu setzen. Im Bundeskriminalamt wird es laut Nehammer eine zentrale Unterstützungseinheit für Social-Media-Ermittlungen geben. (APA, 23.10.2020)