Neue Großkunden helfen dem Werbekonzern WPP in der Coronakrise.

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London – Das weltweit größte Werbeunternehmen WPP kommt auch dank seiner neuen Großkunden Uber, Alibaba und HSBC besser durch die Coronakrise als erwartet. Der Vorstand des britischen Mutterkonzerns der Agenturen Ogilvy, Gray und GroupM hob seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr leicht an, warnte aber vor zu viel Optimismus.

"Angesichts der Verschärfung der Covid-Beschränkungen auf der ganzen Welt und der Unsicherheit in Bezug auf die globalen Wirtschaftsaussichten bleiben wir vorsichtig, was das Erholungstempo angeht", betonte Konzernchef Mark Read am Donnerstag. Es sei wichtig, die starke Finanzlage beizubehalten.

Umsatzrückgang

Unter der Voraussetzung, dass keine größere Restriktionen auf den wichtigsten Märkten zu weiteren Belastungen führen, prognostizierte der Manager nun für 2020 einen Umsatzrückgang im Bereich der Analystenschätzungen von 8,5 bis minus 10,7 (bisher: minus 10,0 bis minus 11,5) Prozent. Die Rendite soll 11,4 bis 12,5 Prozent erreichen statt 10,4 bis 12,5 Prozent.

Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz um 7,6 Prozent auf 2,4 Milliarden Pfund (2,65 Mrd. Euro) nach einem Rückgang von über 15 Prozent im Frühjahr. Das Neugeschäft bezifferte der WPP-Konzern, zu dem auch die deutsche Agentur Scholz & Friends gehört, auf 1,6 Mrd. Dollar (1,45 Mrd. Euro).

Citi-Analysten zeigten sich beeindruckt von dem Zwischenbericht, zumal WPP im Gegensatz zu den Wettbewerbern Publicis, Omnicom und IPG weniger in den USA engagiert sei und auch nicht vom Kauf von Vermögenswerten profitiert habe.

Die Werbefirmen hatten im Frühjahr reihenweise ihre Prognosen kassiert, da die Kunden ihre Budgets kürzten infolge der abgesagten Sportereignisse und der Einschnitte in der Luxusgüter-, Unterhaltungs- und Tourismusbranche. (APA, Reuters, 29.10.2020)