Foto: AP

Das deutsche Bundeskartellamt nimmt Messengerdienste ins Visier. Dabei untersuchen die Wettbewerbshüter, ob und wie persönliche Daten von Diensten wie etwa WhatsApp, Skype oder Telegram geschützt werden. "Wir wollen darüber und über mögliche Verstöße gegen Verbraucherrechte aufklären", kündigte Kartellamtschef Andreas Mundt am Donnerstag an. Dazu leitete die Behörde eine Sektoruntersuchung ein, bei der sie Unternehmen und Experten befragen will.

Sie will dabei auch prüfen, welche Auswirkungen verbesserte Möglichkeiten der Verbraucher hätten, auch dann miteinander zu kommunizieren, wenn sie bei verschiedenen Messengerdiensten sind.

Messengerdienste

Untersuchungen und Medienberichte wiesen immer wieder auf mögliche Verbraucherrechtsverstöße in der Branche hin, teilte das Kartellamt weiter mit. So könnte der Umgang etablierter Messengerdienste mit den persönlichen Daten der Verbraucher mitunter gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen.

Das deutsche Kartellamt kann Branchenuntersuchungen auch mit Blick auf den Verbraucherschutz einleiten. Verfahren gegen einzelne Konzerne, bei denen Verdacht auf Verbraucherrechtsverstöße besteht, kann die Behörde aber im Gegensatz zum Kartellrecht nicht einleiten. Nach Abschluss der Ermittlungen im Bereich der Messengerdienste wollen die deutschen Wettbewerbshüter die Ergebnisse in einem Bericht öffentlich machen. (APA, 12.11. 2020)