Wo soll es nach der Uni hingehen? Studierende können beim "Naturtalente"-Programm die Arbeitsumgebung in Unternehmen kennenlernen und sich vernetzen.
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Die Corona-Krise stellt junge Menschen vor neue Herausforderungen, sowohl bei der Ausbildung als auch bei der Jobsuche. Der Uni-Alltag findet seit fast einem Jahr im Distanzmodus statt, und die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt hat den Berufseinstieg für Junge nicht gerade vereinfacht. Uniport, das Karriereservice der Universität Wien, bietet mit dem "Naturtalente"-Programm eine Initiative, um Master- und Ph.D.-Studierende mit Unternehmen zu vernetzen.

Dafür werden seit 2015 jährlich sogenannte High Potentials der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Physik und Wirtschaftswissenschaften ausgewählt. "Die Teilnehmenden sollen durch diese Schnittstelle zwischen Uni und Arbeitsmarkt mögliche Arbeitgeber und deren Arbeitsumfeld besser kennenlernen", sagt Christa Schnabl, Vizerektorin der Uni Wien.

Doch auch in anderen Bereichen sei der starke Bezug von Forschung und Praxis erkennbar: Fragestellungen aus der Wissenschaft seien ebenso für die Praxis relevant oder kommen aus dieser. "Aus diesem Dialog entstehen in weiterer Folge Forschungsschwerpunkte", sagt sie. In diesem Jahr steht das Programm im Zeichen der Digitalisierung, die vor allem Corona-bedingt noch präsenter geworden ist.

Christa Schnabl ist seit 2007 Vizerektorin für Studium und Lehre an der Universität Wien.
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Interdisziplinarität

Digitalisierung sei kein rein technisches Thema, sondern eine Querschnittsmaterie, die sich durch die Gesellschaft und alle Lebensbereiche zieht, sagt die Vizerektorin. Daher spiele sie auch in allen Bereichen der Forschung und Lehre eine starke Rolle. Viele Disziplinen seien ohne nicht mehr denkbar.

Deshalb gibt es seit dem Wintersemester 2020 drei neue Masterstudiengänge, die einen interdisziplinären Zugang verfolgen: Data-Science, Digital Humanities und Business-Analytics. Alle Studien zeichnet ein gemeinschaftliches Angebot der Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Mathematik sowie der Historisch- und Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultäten aus. Die neuen Studiengänge sind für Absolventinnen und Absolventen verschiedener Bachelorstudien zugänglich.Die Studierenden selbst würden dadurch unterschiedliche Zugänge mit in das Studium bringen.

Digitale Wahlfächer

Neben dem neuen Angebot an Masterstudiengängen sollen zusätzlich Erweiterungscurricula im Ausmaß von 15 ECTS-Punkte für Studierende anderer Studienrichtungen erstellt werden. Ein gutes Beispiel dafür sei "Digitalisierung und digitale Kompetenzen", das seit zwei Jahren angeboten wird. Doch auch bestehende Studien werden laut Schnabl stets erweitert und dahingehend überarbeitet. Die Digitalisierung finde daher methodisch sowie als Forschungsgegenstand und auch im Distance-Learning Platz.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es bei der Studienwahl noch immer. Im Bereich der Naturwissenschaften werde dieser jedoch geringer, und man müsse hier auch differenzieren, sagt Schnabl. Gerade in den Bereichen Chemie und Pharmazie seien Frauen sehr gut oder sogar stärker vertreten. Am Arbeitsmarkt hätten Absolventinnen und Absolventen eines Studiums grundsätzlich gute Chancen. Die Suchdauer nach einem Abschluss betrage in der Regel nur wenige Wochen. "Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Fächern", räumt Schnabl ein. Bei manchen sei der Übergang ins Berufsleben schneller als bei anderen. Doch gerade rund um die Digitalisierung bestehe eine große Nachfrage, und die Studierenden seien durch ihre Ausbildung laut Schnabl gut gerüstet. (Anika Dang, 2.3.2021)