Twitters Frist wurde bis Mai verlängert.

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Russland will die Geschwindigkeit des Kurznachrichtendienstes Twitter noch bis Mitte Mai verlangsamen. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor gibt dem US-Konzern zugleich mehr Zeit, um verbotene Inhalte wie kinderpornografisches Material zu entfernen.

Das gab die Behörde am Montag in Moskau bekannt. Sie droht weiterhin, Twitter in Russland zu blockieren, sollte das Unternehmen der Aufforderung aus Russland nicht vollständig nachkommen.

Behörde sieht Fortschritt

Bisher seien etwa 1.900 von insgesamt 3.100 Beiträgen und die meisten Links zu nicht erlaubten Inhalten gelöscht worden, hieß es in der Mitteilung. Darunter fielen demnach auch Suizidaufrufe an Minderjährige, die Twitter seit 2017 nicht mehr entfernt habe. Das Unternehmen habe seine "Geschwindigkeit zum Entfernen verbotener Materialien erhöht", so Roskomnadsor.

Ein Gericht in Moskau hatte Twitter erst am Freitag zu umgerechnet fast 100.000 Euro Strafe verurteilt, weil der Kurznachrichtendienst Aufrufe an Minderjährige zu Protesten gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny nicht gelöscht hatte. Ende Jänner waren in zahlreichen russischen Städten Zehntausende Menschen für die Freilassung des populären Oppositionspolitikers auf die Straße gegangen, der mittlerweile in einem Straflager inhaftiert ist. (APA, 5.4.2021)