Hongkonger Schulkinder begutachten auf einer Polizeistation zur Feier des "National Security Education Day" ein Maschinengewehr.

Foto: Reuters / Tyrone Siu

Der Tag beginnt mit dem feierlichen Hissen der chinesischen Flagge in Schulen, anschließend stehen Besuche von Militärparaden und Polizeistationen auf dem Programm. Zum ersten Mal wurde in Hongkong am Donnerstag der "National Security Education Day" begangen, der in Festlandchina schon seit mehreren Jahren gefeiert wird. In Kindergärten und Schulen stand dabei das Thema nationale Sicherheit auf dem Lehrplan. An Kleinkinder wurden Puzzles zum Thema Sicherheit verteilt, ältere Kinder konnten an staatlichen Mitmach-Aktionen teilnehmen.

"Achtung, Tränengas"

Auch Polizeistationen öffneten zur Feier des Tages ihre Türen für die kleinen Besucher, eine Hongkonger Polizeiakademie verkaufte dabei bunte Sticker als Souvenirs. Auf ihnen ist unter anderem zu lesen: "Gehen Sie, oder wir eröffnen das Feuer" oder "Achtung, Tränengas". Ein lila Sticker warnt vor Verstößen gegen das Sicherheitsgesetz.

Das umstrittene Gesetz, das im vergangenen Sommer verabschiedet wurde, ist der Grund, warum der Tag nun auch in Hongkong begangen wird: Darin ist festgeschrieben, dass nationale Sicherheitserziehung auch in Hongkonger Schulen und Universitäten stattfinden muss. Die Teilnahme am Festprogramm war für einzelne Bildungsinstitutionen dabei nicht verpflichtend, aber dringend angeraten.

Sticker mit Polizeislogans als Souvenir.
Foto: Reuters / Tyrone Siu

Hartes Durchgreifen

Das Gesetz ermöglicht China hartes Durchgreifen in der Sonderverwaltungszone. Seit es verabschiedet wurde, wurden mehrere Dutzend Aktivistinnen und Aktivisten der Hongkonger Demokratiebewegung verhaftet und teils zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt. Wer sich "aufrührerischen Verhaltens" schuldig macht, dem droht nach dem Gesetz als Höchststrafe lebenslange Haft. In Kombination mit einer erst Ende März verabschiedeten Wahlrechtsreform ermöglicht das Gesetz China zunehmend umfassende Kontrolle über Hongkong. Auch die Lehrpläne in der Sonderverwaltungszone wurden im vergangenen Jahr verändert und einige nicht genehme Passagen aus Schulbüchern entfernt. (rio, 15.4.2021)