Kokosnüsse – Konkurrenten der Kuh.

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Linz/Wien – Immer öfter wird Milch im Speiseeis durch Kokosfett ersetzt – sehr zum Missfallen des oberösterreichischen Bauernbundes, wie sich nun herausstellt. Die Vertretung der Milchproduzenten sieht darin ein Vorgehen gegen den Wunsch der Konsumenten. Denn der Grund für den Einsatz von Kokosfett liege nicht im Streben nach veganer Ernährung, sondern im niedrigeren Preis. Dabei habe Kokosfett viel CO2 im Gepäck, und Wälder müssten in den Herstellerländern Plantagen weichen. Bei einem Testkauf kamen nur sieben von 18 Produkten ohne Kokosfett aus, so der Bauernbund in einer Presseaussendung am Mittwoch.

Kokosfett sei nicht besser als das in Verruf geratene Palmöl, teilt die Interessenvereinigung mit. Es habe eine lange Reise hinter sich, Wälder müssten Plantagen weichen, und es wird laut der Zutatenliste kaum auf zertifiziertes Kokosöl (aus kontrolliertem Anbau) geachtet. Nach Schätzungen des Bauernbunds konsumieren Österreicherinnen und Österreicher durchschnittlich acht Liter Eis pro Jahr. Das meiste davon stammt aus der industriellen Produktion, also aus dem Supermarkt.

Nur teures Eis ohne Kokos

Anlässlich des Weltmilchtags am 1. Juni hat der Bauernbund nun also einen Testeinkauf in vier Supermärkten in Oberösterreich durchgeführt und 18 verschiedene, einzeln verpackte Eislutscher und Eisbecher erstanden. In mehr als der Hälfte der Produkte fand sich Kokosfett in den Inhaltsangaben, teils auch Palmöl. Nur sieben Produkte kamen ohne Kokosfett aus – fast ausschließlich solche, die ohnehin als "regional", "bio" oder "Fairtrade" ausgelobt wurden. Bei der großen Masse der Eislutscher habe man nur wenig Chance, einen ohne Kokosfett zu erwischen, so der Bauernbund.

Kritisiert wird auch die fehlende Prozentangabe der Inhaltsstoffe, denn Milch, entrahmte Milch und ähnliche Zutaten seien noch immer vorhanden, würden aber schrittweise zugunsten der pflanzlichen Fette verschwinden.

Beim Eis nur der Preis

"Leider zählt auch beim Eis scheinbar nur der Preis", beklagt Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger (ÖVP). "Ob Palmöl oder nun das Kokosfett – beides wird aus fernen Ländern importiert. Warum greift man nicht zur Milch, die unsere Bäuerinnen und Bauern in höchster Qualität und unter strengsten Rahmenbedingungen liefern?", stellt Bauernbund-Direktor Wolfgang Wallner in den Raum.

Zwar gebe es im Handel einzelne Eissorten ohne importiertes Pflanzenfett oder aus der Region. Diese extra beworbenen, meist höherpreisigen Produkte dürften von den Unternehmen aber nicht zum "Greenwashing" benutzt werden, denn beim großen Rest fehle Nachhaltigkeit und Regionalitätsbewusstsein, kritisiert Hiegelsberger. Den Konsumenten empfiehlt der Bauernbund, die Zutatenliste anzuschauen und vermehrt zu Gefrorenem aus regionalen Zutaten zu greifen. "Nur wenn die Konsumentinnen und Konsumenten etwas einfordern, wird auch der Handel reagieren", ist sich Wallner sicher. (APA, red, 26.5.2021)