Prinzessin Latifa hat sich mit Videobotschaften an die Öffentlichkeit gewandt.

Foto: Tiina Jauhiainen/David Haigh via AP

Ein mutmaßliches Foto der verschwundenen Prinzessin Latifa am Flughafen von Madrid hat zu neuen Spekulationen über ihr Schicksal geführt. Das bei Instagram veröffentlichte Foto soll die 35-Jährige an der Seite einer britischen Lehrerin namens Sioned Taylor zeigen. Im Hintergrund soll ein Terminal des Madrider Flughafens zu sehen sein. "Toller Europa-Urlaub mit Latifa. Wir haben Spaß beim Entdecken!", schrieb Taylor zu dem Foto mit einem lachenden Smiley. Beide tragen Mundschutz.

Laut britischen Medien handelt es sich bei Taylor auch um eine ehemalige Matrosin der Royal Navy und nun Angestellte der royalen Familie Dubais.

Sioned Taylor und Prinzessin Latifa offenbar am Madrider Flughafen.

Latifa ist die Tochter von Mohammed bin Rashid Al Maktum, Emir von Dubai und Vizepräsident sowie Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Nach ihrem Fluchtversuch 2018, bei dem Latifa gestoppt und gewaltsam nach Dubai zurückgebracht worden sein soll, zeigten sich Menschenrechtler besorgt. Damals gelangte die Prinzessin an Bord eines Dingi auf eine Yacht in internationalen Gewässern und versuchte nach Indien zu gelangen. Nach einer Woche war der Fluchtversuch vorbei.

In Videobotschaften sagte Latifa seitdem, sie werde in einer Villa wie in einem Gefängnis festgehalten und habe Angst um ihr Leben. Die Herrscherfamilie Dubais erklärte dagegen, Latifa werde von ihrer Familie und medizinischem Personal betreut.

"Free Latifa" setzt Aktivitäten aus

Sollte Latifa tatsächlich nach Spanien geflogen sein, wäre dies ihren Unterstützern zufolge eine positive Entwicklung. Sie habe offenbar einen Pass, könne reisen und genieße ein zunehmendes Maß an Freiheit, teilte die Kampagne Free Latifa am Montag in London mit. Garantiert seien diese Freiheiten bisher aber nicht. In einem ungewöhnlichen Schritt teilte die Kampagne zudem mit, ihre Aktivitäten zum Kampf für Latifas Freiheit vorerst auszusetzen. Ein Sprecher kommentierte dies auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht näher.

Eine ältere Schwester Latifas wurde im Jahr 2000 aus Cambridge entführt und nach Dubai gebracht, nachdem sie versucht hatte, sich abzusetzen. Ein britisches Gericht hatte Scheich Mohammed im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für die Entführung seiner beiden Töchter und die Einschüchterung einer Ehefrau verantwortlich gemacht.

Unter anderem hatte das UN-Menschenrechtsbüro ein Treffen mit Latifa verlangt – vergeblich. Unabhängige Menschenrechtsberichterstatter haben gewarnt, dass Latifa "ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten" werde und dass dies "schädliche körperliche und seelische Folgen" haben könne. (APA, red, 21.6.2021)