Der Roboter erkennt die Fäkalien über die Kameras und eine dahinterliegende Datenbank.

Foto: iRobot

Besitzer von Roboterstaubsaugern möchten ihre Helferlein nicht mehr missen, denn immerhin nehmen sie dem Menschen eine der monotonsten Tätigkeiten im Haushalt ab. Manche von ihnen können sogar nicht nur saugen, sondern auch wischen. Doch entgegen der Marketingversprechen läuft nicht immer alles glatt, viele autonome Staubsauger kämpfen nach wie vor mit Teppichfransen, Kabeln – und vor allem mit den Körperausscheidungen der ansonsten so heißgeliebten Haustiere: Trifft der Cleaner auf das Katzenkaka, dann ist die Katastrophe perfekt.

Tausende Kot-Modelle

Die Hersteller sind sich dieses Problems bewusst. Und der Anbieter iRobot stellt nun mit dem Roomba j7+ ein Modell vor, das mit Künstlicher Intelligenz Tierkot erkennen und diesem ausweichen soll. Dies erfolgt über die Kameras des Staubsaugers und eine dahinterliegende Datenbank, die mit Bildern von tierischen Exkrementen trainiert wurde.

"Robotik soll eigentlich ein glamouröses Geschäft sein. Aber ich weiß nicht mehr, wie viele Play-Doh-Modelle von Fäkalien wir erstellt haben", sagt Colin Angle, Gründer und CEO von iRobot, im Gespräch mit The Verge: Es dürften "viele, viele tausende" gewesen sein. Dementsprechend ist Angle zuversichtlich, dass seine Lösung tatsächlich funktioniert.

Foto: iRobot

Doch die Fäkalien der tierischen Mitbewohner sind nicht die einzigen Objekte, welche die KI eigenständig erkennen soll. So wurde diese auch mit Bildern von Kabeln, Socken, Kopfhörern und anderen Objekten trainiert, in denen sich die Robo-Helfer gerne verheddern. Findet der Roboter ein solches Objekt – etwa das Kabel einer Stereoanlage –, so fragt er, ob es sich dabei um eine permanente Platzierung handelt. Wenn diese Frage bejaht wird, richtet der Roboter dort eine "No Cleaning Zone ein", die er künftig meidet.

"Putze, wenn ich weg bin"

Zudem wurde an weiteren Funktionen geschraubt. So lässt sich der Roomba j7+ über smarte Assistenten wie Alexa oder den Google Assistant steuern. Außerdem verfügt er über einen "Quiet Modus" für die Fahrt zum und vom zu säubernden Ort und gibt Schätzungen ab, wie lange er vermutlich zum Säubern eines Raumes braucht. Wer außerdem seinen Handy-Standort mit iRobot teilt, der kann die "Clean While I’m Away"-Funktion nutzen: Der Roomba j7+ saugt dann, sobald man die Wohnung verlässt.

Foto: iRobot

Ähnlich wie der vom STANDARD getestete Ultenic T10 verfügt auch der Roomba j7+ über einen Behälter, in dem der Dreck gesammelt wird, so dass der Roboter nicht so oft geleert werden muss. Die Station soll 60 Tage lang Dreck aufbewahren können – unklar ist, ob dies auch bei Katzenbesitzern gilt, deren feline Overlords ja gerne mal das Streu im Vorzimmer verteilen.

Inklusive des Behälters soll der Roomba j7+ 849 Dollar (circa 720 Euro) kosten, ohne Behälter-Station beläuft sich der Preis auf 649 Dollar (circa 550 Euro). Im Preis inkludiert sind auch zukünftige Software-Updates. (stm, 12.9.2021)