Insbesondere in den östlichen Bundesländern sind noch viele Gasheizungen im Einsatz, deren Tausch jetzt gefördert wird.

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Wien – Das Umweltministerium fördert im Rahmen der Kampagne für den Austausch alter Heizkessel, für die insgesamt 1,9 Milliarden Euro an Förderungen zur Verfügung stehen, auch das "saubere Heizen" im mehrgeschoßigen Wohnbau. Von den 1,9 Milliarden Euro stehen 60 Millionen Euro für die thermische Sanierung für Wohnungseigentümer sowie rund 150 Millionen Euro für Ausbau und "Dekarbonisierung" der Fernwärme zur Verfügung, gab das Ressort gegenüber der APA bekannt.

Insbesondere in den östlichen Bundesländern seien noch viele Gasheizungen im Einsatz, allen voran in Wien mit etwa 580.000 Geräten, so Umweltministerin Leonore Gewessler. Ein Großteil davon seien dezentrale Heizungen im mehrgeschoßigen Wohnbau – also Gasthermen für Heizung und Warmwasser. "Wichtig ist, wir brauchen beim sauberen Heizen alle mit an Bord – auch und gerade den mehrgeschoßigen Wohnbau. Deshalb bieten wir jetzt auch den Eigentümerinnen und Eigentümern von Wohnungen eine Förderung, um auf eine klimafreundliche Heizung umzusteigen und das Gebäude zu sanieren", so die Ressortchefin.

Bis zu 10.000 Euro Förderung

Der Umstieg weg von der alten Gastherme in Wohnungen wird – in Abhängigkeit von der Leistung der Heizungszentrale – mit mindestens 5.000 Euro bis hin zu 10.000 Euro gefördert. Wird die zentrale Heizungsanlage anstelle bisher dezentraler Heizsysteme errichtet, dann erhöht sich dieser Betrag um jeweils 1.500 Euro pro Wohneinheit.

Auch das Budget für den Ausbau der Fernwärme wird erhöht. 100 Millionen Euro sind laut Gewessler im Paket des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes fixiert, um Fernwärme-Projekte, die bereits seit langem – teils seit einem Jahrzehnt – auf ihre Umsetzung warten, nun "schnellstmöglich" umzusetzen.

Zusätzlich investiert das Klimaschutzministerium noch weitere 30 Millionen Euro im Rahmen der Umweltförderung für den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme. Ziel sei es, den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern bzw. Abwärme in der Fernwärme jährlich um mindestens 1,5 Prozent zu erhöhen. Bis 2030 soll ein Anteil von mindestens 60 Prozent an erneuerbarer Energie in der Fernwärme erreicht werden. Auch im Rahmen des Corona-Aufbauplans sind insgesamt 17,5 Millionen Euro für den Anschluss an die Fernwärme in bisher mit fossilem Gas versorgten Ortskernen vorgesehen. (APA, 1.11.2021)