Wegen seines Verhaltens wurde Kanye West von den Grammys ausgeladen.

Foto: Amy Harris/Invision/AP

Wenn es bei auf die Popkultur so einflussreichen Personen wie Kim Kardashian und Kanye West kracht, lässt das das Internet nicht kalt. Kardashian reichte im Dezember die Scheidung vom Vater ihrer vier Kinder ein, seit diesem März ist sie "legally single", einen neuen Freund, den Comedian Pete Davidson, selbst ein popkulturelles Schwergewicht, hat sie auch an ihrer Seite. Das kann uns interessieren, weil es Entertainment ist, interessieren sollte uns es aber wegen etwas anderem.

Kanye West war von der Scheidung nicht begeistert, daran ließ er keinen Zweifel. Als er dann versuchte, seine Ex zurückzugewinnen und für seine Familie zu kämpfen, war das noch irgendwie nachvollziehbar. Auch dass er Kardashian mit einer Romanze mit der Schauspielerin Julia Fox eifersüchtig zu machen versuchte, fanden einige noch irgendwie romantisch. Dämlich und kindisch, aber romantisch. Doch zeichnete sich da schon das Bild eines Mannes, der "seine" Frau einfach nicht gehen lassen will, ab.

Seit Kardashian mit ihrem neuen Freund an die Öffentlichkeit trat, drehte West regelrecht durch. Er unterstellte Kardashian öffentlich, keine gute Mutter zu sein, behauptete, sie würde ihn von seinen Kindern fernhalten, veröffentlichte ein Musikvideo, in dem eine Knetfigur mit Pete Davidsons Zügen geköpft wird, hetzte seine Fans gegen seine Ex und ihren neuen Freund auf.

Patriarchales Denken

Wegen der Inhalte seiner Posts wurde er zuletzt für 24 Stunden von Instagram gesperrt, auch bei den am 3. April stattfindenden Grammys darf er nicht auftreten. Dass es Konsequenzen für Wests Verhalten gibt, ist richtig. Es ist exakt dasselbe Verhalten, weswegen sich so viele Frauen nicht von ihren Partnern trennen, weil sie befürchten, dass diese sie dann noch mehr terrorisieren oder im schlimmsten Fall töten. Es ist Verhalten, das im tief patriarchalen Denken, dass eine Frau Besitz eines Mannes ist, verwurzelt ist. Es ist Verhalten, das an sich falsch ist, egal ob es zum Äußersten führt.

CTV Comedy Channel

Ein anderer Comedian, Trevor Noah, brachte es auf den Punkt: "Wenn eine der einflussreichsten Frauen der Welt sich nicht gegen die Verfolgung und Belästigung durch ihren Ex-Partner schützen kann, [...] was haben dann ,normale‘ Frauen für eine Chance?" (Amira Ben Saoud, 24.3.2022)