Verstappen, flott.

Foto: REUTERS/Chris Helgren

Update Samstagfrüh: Leclerc muss nun doch zehn Plätze zurück.

Montreal – WM-Spitzenreiter Max Verstappen hat in den ersten Freien Trainings für den Großen Preis von Kanada das Tempo vorgegeben. Der Red-Bull-Mann legte am Freitag zwei Bestzeiten auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal hin, auf dem pandemiebedingt zuletzt 2019 ein Formel-1-Rennen stattgefunden hatte. In 1:14,127 Minuten drehte der Niederländer am Nachmittag (Ortszeit) die schnellste Runde. Ihm am nächsten kam Ferrari-Pilot Charles Leclerc, der 0,081 Sekunden dahinter lag.

Der Monegasse wird in der Startaufstellung nun aber zehn Plätze nach hinten strafversetzt. Wie die Rennkommissare in der Nacht auf Samstag mitteilten, fuhr der Monegasse beim zweiten Freien Training am Freitag mit einer neuen Steuerelektronik der sogenannten Power Unit. Es kam davon bereits die dritte in diesem Jahr zum Einsatz, eine mehr als erlaubt ist. Daher muss Leclerc die Startplatzstrafe in Kauf nehmen.

Wechsel erlaubt

Die zuletzt in Baku irreparabel beschädigte Antriebseinheit des Monegassen bekam außerdem einen neuen Verbrennungsmotor sowie neue Energie-Rückgewinnungssysteme MGU-H und MGU-K, der Turbolader allerdings wurde auf ein älteres Modell getauscht. Am Freitag hatte die Fia noch mitgeteilt, dass sich die getätigten Wechsel innerhalb der vom Reglement genehmigten Limits befänden.

Zuletzt in Aserbaidschan war der 24-Jährige in Führung liegend wegen eines Motorproblems ausgefallen. Schon davor in Spanien hatte er das Rennen wegen eines ähnlichen Defekts, der womöglich in Verbindung damit steht, vorzeitig beenden müssen.

Dritter in der schnelleren zweiten Einheit war Leclercs Teamkollege Carlos Sainz, der die Routiniers Sebastian Vettel (Aston Martin) und Fernando Alonso (Alpine) hinter sich ließ. Nach Platz vier im ersten Training nicht in die Top Ten kam Sergio Perez im zweiten Red Bull. Der Mexikaner war mit über einer Sekunde Rückstand auf Verstappen nur Elfter. "Es war im Setup nicht die optimale Richtung, die das Team rund um 'Checo' eingegangen ist", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko im ORF-Interview.

Fia intervenierte

Tags zuvor war die FIA aus Sorge um die Sicherheit der Formel-1-Piloten wegen des "Bouncing"-Phänomens eingeschritten. Sie kündigte an, die notwendigen Anpassungen vornehmen zu wollen, damit die Fahrer durch das Hüpfen vor allem auf den Geraden nicht derart massiven Belastungen ausgesetzt sind. Verstappen äußerte sich als Gegner davon. "Ich denke, Regeländerungen mitten im Jahr sind nicht korrekt", sagte der WM-Leader. "Ich glaube nicht, wir sollten überdramatisieren, was hier passiert."

Mercedes, jenes Team, das besonders davon betroffen ist, beschnitt im Vergleich zum Rennen in Baku den Unterboden des W13 radikal. Das gehe zwar auf Kosten des Abtriebs, aber man könne den Fahrern die körperlichen Strapazen durch das Bouncing nicht länger zumuten, erklärte Teamchef Toto Wolff. Im zweiten Training griff man aber wieder auf das konventionelle Unterboden-Modell zurück. George Russell war zunächst Sechster und in der zweiten Session Siebenter, Lewis Hamilton kam nicht über Platz acht beziehungsweise 13 hinaus.

Definitiv am Ende des Feldes startet am Sonntag (20.00 Uhr MESZ/live ORF 1, Sky) der Japaner Yuki Tsunoda. Beim AlphaTauri-Pilot kommt in Kanada unerlaubterweise eine komplette vierte Antriebseinheit in dieser Saison zum Einsatz. (APA, 17.6.2022)