Coronavirus-Maßnahmen bis Ostermontag, EU-Kommission befürchtet Rezession wie 2009

Livebericht

Bundeskanzler Kurz will das System erst wieder ab 13. April "stufenweise" hochfahren. Finanzminister ruft "Budget der Krise" aus

  • Die Maßnahmen bezüglich Schulen, Restaurants, Geschäfte und Verhalten im öffentlichen Raum werden bis Ostermontag, 13. April, verlängert. Danach sollen sie schrittweise abgebaut werden, erklärte Kanzler Kurz am Freitag in einer Pressekonferenz. "Wir bitten Sie, halten Sie durch", appellierte Kurz an die Bevölkerung.
  • Auch Tirol verlängert die Quarantäneverordnung für alle 279 Gemeinden bis zum 13. April.
  • Österreichweit gab es mit Stand Freitag, 14.30 Uhr, 2.388 Infektionsfälle, nach Bundesländern: Burgenland (33), Kärnten (71), Niederösterreich (355), Oberösterreich (421), Salzburg (167), Steiermark (340), Tirol (508), Vorarlberg (197), Wien (296). Das Gesundheitsministerium hat sechs Todesfälle bestätigt. Neun Personen gelten aktuell als genesen.
  • Zwei Todesfälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen wurden am Freitag gemeldet. Es handelt sich um einen 81-Jährigen, der im Universitätsklinikum St. Pölten verstorben ist, und eine 96-Jährige, die nach einem Unfall im Spital Melk verstorben ist. In beiden Fällen ist nicht klar, ob die Todesursache tatsächlich Covid-19 ist. Sie zählen deshalb auch nicht zu den oben genannten offiziell bestätigten Todesfällen. Ein 73-jähriger Burgenländer verstarb ebenso am Freitag.
  • Mit Johann Singer (ÖVP) ist der erste österreichische Nationalratsabgeordnete positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.
  • 18.000 Unternehmen haben bisher Interesse an Kurzarbeit angemeldet, teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) mit. Seit dem Start der Ausgangsbeschränkungen gab es Montag bis Donnerstag zusammengerechnet 97.500 Arbeitslose mehr als am Sonntagabend.
  • Lebensmittelgeschäfte und Drogerien dürfen nur noch bis 19 Uhr offen haben. Nach einer Einigung der Sozialpartner sollen Risikogruppen und schwangere Handelsangestellte keinen Kundenkontakt mehr haben. Mitarbeiter im Geschäft werden mit Masken, Handschuhen und Plexiglas geschützt.
  • Am Donnerstagabend gab es Verwirrung über eine neue Verpflichtung zum Homeoffice. Das Gesundheitsministerium hatte eine entsprechende Verordnung im Rechtsinformationssystem des Bundes bereits veröffentlicht, zog sie aber wieder zurück. Sie wird widerrufen und überarbeitet, hieß es aus dem Ministerium.
  • Parks und Spielplätze können geöffnet bleiben, es gibt keinen zentralen Erlass des Bundes, sie zu schließen. Den Ländern ist freigestellt, strengere Regelungen zu verordnen. Wichtig sei, mindestens einen Meter Sicherheitsabstand zu wahren.
  • Alle Kur- und Rehazentren werden ab dem Wochenende geschlossen.
  • Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Wirtschaft so stark einbrechen könnte wie zuletzt im Krisenjahr 2009.
  • Der Nationalrat hat Freitagabend das zweite, noch umfangreichere Paket zur Bekämpfung der Corona-Krise einstimmig abgesegnet. Die Opposition stimmte trotz etlicher Bedenken zu. Mit dem Gesetzespaket werden 44 Gesetze entweder novelliert oder neu eingeführt.
  • In Tirol stehen seit Donnerstag alle Gemeinden unter Quarantäne. Auch in Vorarlberg, Kärnten und in Salzburg wurden Gemeinden unter Quarantäne gestellt.

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Hinweise zur Situation und Verhaltensregeln in mehreren Fremdsprachen (Integrationsfonds)

(red, 20.3.2020)