Viele wichtige Kulturpflanzen sind von der Bestäubung durch die Bienen abhängig.

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Paris – Rasante Umweltzerstörung und der von Pestiziden begleitete Ausbau der industriellen Landwirtschaft sind die Hauptgründe für ein weltweites Insektensterben, das laut einer jüngsten Studie bis zu eine Million Arten bedroht – darunter auch die so wichtigen Pflanzenbestäuber: Das Bienensterben ist mittlerweile Faktum. Seit Mitte der 1990er-Jahre stellten Imker allein in Österreich ein zunehmendes Sterben ganzer Bienenvölker fest. So verringerte sich die Menge an Völkern in Österreich von 1995 bis 2015 um ein Viertel.

Dieser Rückgang der Bienenpopulationen stellt eine "ernste Bedrohung" für die Welternährung dar, wie nun die Vereinten Nationen betonen. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) rief ihre Mitgliedsländer anlässlich des Weltbienentags am Montag auf, "diese unentbehrlichen Verbündeten im Kampf gegen Hunger und Unterernährung zu schützen".

Bienen seien durch die kombinierten Effekte von Klimaerwärmung, intensiver Landwirtschaft, dem Einsatz von Pestiziden, dem Verlust von Biodiversität und Umweltverschmutzung massiv bedroht, erklärte FAO-Generaldirektor Jose Graziano da Silva.

Auslöschung von Pflanzenkulturen

Laut Graziano da Silvia würde die Abwesenheit von Bienen und anderen Bestäubern zur Auslöschung von Pflanzenkulturen wie Kaffee, Äpfeln, Mandeln, Tomaten oder Kakao führen. Sollte das Bienensterben anhalten, könnten "Früchte, Nüsse und andere Gemüsesorten" durch "Kulturen wie Reis, Mais und Erdäpfeln" ersetzt werden, die nicht in gleichem Maße von Bestäubung abhängig seien.

Der FAO-Generaldirektor appellierte an die Mitgliedsländer, sich an "nachhaltigen Systemen zugunsten von Bestäubern" zu orientieren. Dazu gehöre etwa, Blumen wachsen zu lassen, um den Bienen Nahrung zu geben.

Zweiter Weltbienentag

Der Weltbienentag der Vereinten Nationen geht auf eine Initiative Sloweniens zurück und fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal statt. Das Datum wurde zu Ehren des Geburtstages von Anton Jansa gewählt. Der Pionier der modernen Imkerei wurde am 20. Mai 1734 in Slowenien geboren und schrieb mehrere Bücher über die Bienenzucht. (red, APA, 21.5.2019)