Rund 6500 junge Menschen bewarben sich alleine in Wien um einen Studienplatz an der Medizinuni.

Foto: Medizinische Universität Wien/AP/Martin Hörmandinger

Wien/Graz/Innsbruck – Etwas mehr Studienwerberinnen und Studienwerber als im Vorjahr nahmen heute, Freitag, am bereits zum 13. Mal stattfindenden Aufnahmetest für das Medizinstudium teil. Exakt 12.960 Personen – das sind rund 400 mehr als 2018 – stellten sich dem neunstündigen Verfahren an den Medizin-Unis Wien, Graz, Innsbruck und der Universität Linz. Für sie gibt es insgesamt 1.680 Plätze. Die Ergebnisse werden im August vorliegen.

Neun Anwärter für einen Studienplatz in Wien

In Wien nahmen 6.490 Personen am Test teil, in Innsbruck 2.927, in Graz 2.487 und in Linz 1.056. Das sind insgesamt rund 78 Prozent der Angemeldeten, wobei es kaum Schwankungen zwischen den Unis gab. An der Medizin-Uni Wien stehen 740 Plätze zur Verfügung, an der Medizin-Uni Innsbruck 400, an der Medizin-Uni Graz 360 und in Linz 180. Damit kommen in Wien neun Testteilnehmer auf einen Studienplatz, in Graz und Innsbruck rund sieben und in Linz sechs.

In der Humanmedizin gehen 75 Prozent der Studienplätze an allen Unis an Kandidatinnen oder Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerberinnen und Bewerber aus der EU und fünf Prozent sind für Studierwillige aus Drittstaaten vorgesehen. In der Zahnmedizin ist diese Quotenregelung dagegen heuer gefallen: Die Plätze werden unabhängig von der Nationalität an die Bewerber mit dem besten Testergebnis vergeben.

Neunstündiger Test

Beim insgesamt neunstündigen schriftlichen Aufnahmetest für Humanmedizin (MedAT-H) wurden das schulische Vorwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz und Testverständnis sowie kognitive Fertigkeiten (Zahlenfolge, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Figuren zusammensetzen, Wortflüssigkeit, Implikationen erkennen) überprüft. Im Testteil "Sozial-emotionale Kompetenzen" gibt es außerdem den Bereich "Emotionen erkennen": Dabei müssen die Bewerber anhand der Beschreibung einer Situation feststellen, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Angehende Zahnmediziner mussten statt Textverständnis und dem Erkennen von Implikationen außerdem manuelle Fertigkeiten nachweisen.

Kritik am Aufnahmetest kommt von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). "Wir stellen uns ganz klar gegen jegliche Zugangsbeschränkungen", erklärt Vorsitzende Adrijana Novakovic von den Grünen und Alternative StudentInnen/GRAS). Der Medizin-Test sei "das Paradebeispiel, das jegliche Befürchtung gegenüber Zugangsbeschränkungen bestätigt". Die soziale Durchmischung der Studierenden habe seit dessen Einführung abgenommen. Die ÖH will einen freien und offenen Hochschulzugang und fordert eine Ausfinanzierung der Hochschulen. Es liege beim Staat, genügend Studienplätze zu schaffen und eine anständige Orientierungsphase anzubieten. (APA, 5.7.2019)