Im Iran gelten für Frauen strenge Kleidervorschriften.

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Genf – UN-Menschenrechtsexperten haben die drakonischen Haftstrafen für drei Iranerinnen verurteilt, die öffentlich gegen das im Iran obligatorische Tragen eines Kopftuchs protestiert hatten. Die Frauen hätten nur von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht.

"Wir rufen die iranischen Behörden auf, die Urteile aufzuheben und diese Menschenrechtsverteidigerinnen freizulassen", erklärten sechs unabhängige UN-Sonderberichterstatter am Freitag in Genf. Sie befassen sich unter anderem mit Religionsfreiheit, Gewalt gegen Frauen und Meinungsfreiheit. Die Anwälte der Frauen hätten nicht an dem Prozess teilnehmen dürfen, kritisieren sie. Nach ihren Angaben wurde Mojgan Keshavarz zu 23 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, Yasamin Ariani und Monireh Arabshahi zu jeweils 16 Jahren Haft.

Protest am Weltfrauentag

Alle seien unter anderem wegen Propaganda gegen den Staat und Förderung von Prostitution schuldig gesprochen worden. Die Frauen waren festgenommen worden, nachdem sie am Weltfrauentag im März ohne Kopftücher in Teheran Blumen verteilt hatten.

Bereits im April war jene iranische Frau, die im Jahr 2017 als Protest gegen den Kopftuchzwang im Iran in Teheran ihr Kopftuch abgenommen und daraufhin verhaftet wurde, zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Die Verteidigung vieler junger Frauen, die gegen die Kopftuchpflicht protestiert hatten und in Haft gekommen waren, übernahm Nasrin Sotoudeh. Sie selbst wurde im März zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. (APA, red, 16.8.2019)