Mit rund 50 Milliarden Euro wollen die Niederlande offenbar Infrastruktur- und Bildungsprojekte finanzieren.

Foto: AP/Peter Dejong

Amsterdam – Die Niederlande wollen einem Zeitungsbericht zufolge die Niedrigzinsphase nutzen und ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auflegen. Die Regierung erwäge, bis zu 50 Milliarden Euro neue Schulden aufzunehmen, um damit Infrastruktur- und Bildungsprojekte anzustoßen, berichtet die Zeitung "Telegraaf" am Donnerstag. Details könnten bei der Präsentation des Budgets für 2020 am 17. September bekanntgegeben werden.

Die fünftgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ist im vergangenen Jahr stärker als viele andere Industriestaaten gewachsen. Allerdings trüben der nahende EU-Austritt Großbritanniens, die Konjunkturflaute beim wichtigen Handelspartner Deutschland sowie die US-Handelspolitik die Aussichten. Die Niederlande können derzeit beim Schuldenmachen Geld verdienen. Selbst die 30-jährigen Staatsanleihen weisen – genau wie in Deutschland – derzeit eine negative Rendite auf.

So wie Deutschland haben auch die Niederlande in den vergangenen Jahren einen Haushaltsüberschuss erzielt und die Staatsschulden gesenkt. Das Land kann sich daher wie die Bundesrepublik Geld zu Null- oder sogar Negativzinsen leihen. Das hatte angesichts der Furcht vor einer Konjunkturabkühlung innenpolitisch den Druck erhöht, die Haushaltspolitik zu ändern und mehr zu investieren. (Reuters, APA, 22.8.2019)