Wenige Wochen nach den Blutbädern in El Paso und Dayton, kamen in Texas abermals mehrere Menschen bei einem Shooting ums Leben.

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Austin – Ein Schütze hat im US-Staat Texas sieben Menschen getötet und 22 weitere verletzt. Der Täter, ein etwa Mitte 30 Jahre alter weißer Mann, wurde auf dem Parkplatz eines großen Kinos im Ort Odessa erschossen, wie die örtliche Polizei am Samstagabend bei einer Pressekonferenz erklärte. Sein Motiv war auch Stunden später unklar.

Es gebe nach bisherigem Erkenntnisstand keine weiteren Schützen, die Ermittlungen dauerten aber noch an, erklärte die Polizei. Es seien mindestens drei Polizisten verletzt worden, hieß es weiter. Der Zwischenfall habe mit einer normalen Verkehrskontrolle des Verdächtigen begonnen.

FBI ermittelt

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, Justizminister William Barr habe ihn über den Vorfall informiert. Der Angriff hatte laut Polizei mit einer normalen Verkehrskontrolle zwischen den Orten Midland und Odessa begonnen, bei welcher der Verdächtige plötzlich das Feuer auf einen Polizisten eröffnete.

Danach sei er nach Odessa gefahren, habe weiter um sich geschossen, sein Auto abgestellt und einen Lieferwagen der Post gekapert. Die Polizei stellte ihn auf dem Parkplatz eines großen Kinos. Das Tatmotiv war auch Stunden nach dem Verbrechen unklar. Auch drei Polizisten wurden verletzt.

Wie das Krankenhaus in Odessa mitteilte, war unter den Verletzten auch ein erst 17 Monate alter Bub, dem der Täter ins Gesicht geschossen habe. Es gebe nach bisherigem Erkenntnisstand nur einen Schützen, die Ermittlungen dauerten aber noch an, erklärte die Polizei. Das Tatmotiv war auch Stunden nach dem Verbrechen unklar.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, verurteilte den Zwischenfall als "sinnlosen und feigen Angriff". Er werde nicht zulassen, dass Texas von "Hass und Gewalt" überzogen werde, erklärte er. Er werde am Sonntag nach Odessa reisen, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.

Debatte über Waffenrecht

Mit diesem jüngsten Gewaltverbrechen ist die Debatte über eine Reform des Waffenrechts abermals neu entbrannt. Zahlreiche Politiker forderten eine drastische Verschärfung der Regeln für den Verkauf von Schusswaffen – darunter mehrere Präsidentschaftsbewerber der Demokraten. "Genug. Wir müssen dieser Epidemie ein Ende setzen", forderte der wohl aussichtsreichste Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Joe Biden. Ähnliche Worte wählte seine parteiinterne Konkurrentin Kamala Harris: "Ich habe es satt. Amerika hat es satt. Wir müssen handeln."

Die politischen Reaktionen verliefen dabei ziemlich exakt entlang der Parteilinien: Während viele Demokraten ihre Mitleidsbekundungen mit der Forderung nach einer Reform des Waffenrechts verknüpften, beschränkten sich republikanische Politiker zumeist aufs Kondolieren. Amerikanische Bürgerrechtler werfen Trumps Partei seit langem eine unbotmäßige Nähe zur mächtigen und finanzkräftigen Waffenlobby vor.

Waffen leicht zu kaufen

In den USA, wo Waffen in der Regel sehr leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Schützen in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten auf Passanten feuern. Tausende Menschen sterben jedes Jahr infolge von Schusswaffengebrauch.

Erst Anfang August hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) mit Sturmgewehren ein regelrechtes Blutbad angerichtet. Insgesamt wurden 31 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Die Fälle in El Paso und Dayton befeuerten die seit Jahren anhaltende Debatte über das Waffenrecht in dem Land.

Im republikanisch regierten Texas sind die Waffenregeln noch lockerer als in den meisten anderen Bundesstaaten. Auf Twitter wurde Gouverneur Abbott prompt mit einem Tweet vom Oktober 2015 konfrontiert. Damals hatte er geschrieben, er sei "beschämt" darüber, dass Texas bei der Statistik zu neuen Waffenkäufen USA-weit Platz zwei hinter Kalifornien belege. Seine Schlussfolgerung damals: "Lasst uns einen Zahn zulegen, Texaner."(APA, red, 1.9.2019)