Greta Thunberg gilt als Speerspitze im Kampf für den Klimaschutz.

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Nach Felix Baumgartner hat sich nun auch Jeremy Clarkson zu Kritik an Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg hinreißen lassen. Der ehemalige Moderator des britischen BBC-Automagazins "Top Gear" bezeichnet die 16-Jährige in seiner "The Sun"-Kolumne als "verwöhnte Göre".

Der Engländer nimmt Bezug auf Thunbergs Rede im Zuge des UN-Klimagipfels in New York. Die Schwedin hatte dabei Ende September die Politiker dieser Welt beschuldigt, ihre Träume und ihre Kindheit gestohlen zu haben.

Clarkson sieht diesen Auftritt als Trotzreaktion eines Teenagers. Normalerweise würden Eltern so ein Kind dann auf ihr Zimmer schicken, bis es sich beruhigt habe. Thunberg bekomme stattdessen Applaus von den Vereinten Nationen.

DER STANDARD

Was man den Erwachsenen zu verdanken hat

Seine Widerrede argumentiert der 59-Jährige damit, was die junge Generation den Erwachsenen zu verdanken habe. Es gebe Tabletten gegen Kopfweh. Den Jugendlichen stehe jederzeit sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Sie könnten 24 Stunden am Tag essen, was sie wollen. Auch die Unterhaltungsindustrie sei das Werk der Erwachsenen, man denke an Filme und Comedians. Zum Abschluss erwähnt Clarkson auch noch die heutige Technik. "Wir haben dir Handys, Laptops und das Internet gegeben", schreibt er. "Wir haben die sozialen Medien geschaffen, die du jeden Tag nutzt."

Sein Fazit: "Also, wie kannst du es wagen, dort zu stehen und uns zu belehren, du verwöhnte Göre?"

Jeremy Clarkson moderierte jahrelang das Automagazin "Top Gear".
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Harte Welt

Als Thunberg ihren Eltern damals erzählt habe, künftig auf Flüge und Fleisch verzichten zu wollen, hätten "normale" Erziehungsberechtigte dieses Ansinnen einfach ignoriert, geht die Abrechnung weiter. Sie hätten die Tochter stattdessen über die Tragik des Lebens aufklären sollen. Manche Leute seien nun einmal schön und manche nicht, manche von Haus aus dumm und manche klug.

Man müsse einsehen, dass die Welt nun einmal so funktioniere. "Auch wenn du mit deiner Faust auf den Tisch schlägst, wird sich nichts daran ändern", sagt Clarkson.

Er wolle nicht leugnen, dass sich die Erde immer mehr erwärme. Aber Thunberg sollte lieber in die Schule zurückgehen und dort etwas lernen. Die Rettung der Erde sei nämlich Aufgabe der Wissenschafter. "Also sei ein gutes Mädchen und halt deine Klappe."

Nicht der erste Vorfall

Clarkson ist dafür bekannt, mit seiner Meinung zu provozieren. 2008 hatte er bei "Top Gear" den Tesla Roadster getestet und das damals noch junge Elektroauto wenig schmeichelhaft bewertet. Das Unternehmen reichte daraufhin sogar Klage ein, diese wurde aber abgelehnt.

2015 wurde Clarksons BBC-Vertrag schließlich nicht mehr verlängert, nachdem er an einem Streit hinter den Kulissen beteiligt gewesen war. Im November 2016 kam er mit seinem alten Team bei Amazon unter. Die neue Serie mit altem Konzept trägt den Titel "The Grand Tour". (red, 2.10.2019)